Nostalgie am Fahrzeugschild: Sechs Varianten allein im Kreis Schwandorf
Eine Flut neuer Kennzeichen

Was für ein Comeback für den Altlandkreis Eschenbach: Das ehemalige Kennzeichen ESB soll ab Mitte Juli in gleich vier Landkreisen an die Fahrzeughalter ausgegeben werden. Die Landkreise Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach, Bayreuth und Nürnberger Land haben die Wiedereinführung des ESB-Kennzeichens beantragt. Jeder Fahrzeughalter aus diesen Landkreisen kann sich künftig ein ESB-Schild ans Auto schrauben.

Vielfalt ist Trumpf

Am Donnerstag meldete das Verkehrsministerium in München die Wiedereinführungswünsche der bayerischen Landkreise an das Bundesverkehrsministerium nach Berlin. Dort werden die Anträge geprüft und - wahrscheinlich 1:1 - freigegeben. "Voraussichtlich Mitte Juli werden die genehmigten Altkennzeichen im Bundesanzeiger veröffentlicht und sind dann zur Erstausgabe verfügbar", erklärte eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung. Künftig gibt es in der nördlichen Oberpfalz eine Flut neuer, alter Kennzeichen. Spitzenreiter ist der Landkreis Schwandorf, in dem ab Juli sechs verschiedene Buchstabenkombinationen möglich sind: Neben dem bewährten SAD, ist BUL (Burglengenfeld), NAB (Nabburg), NEN (Neunburg vorm Wald), OVI (Oberviechtach) und ROD (Roding) zu haben - egal, in welcher Landkreisgemeinde der Kfz-Halter wohnt.
Der Kreis Amberg-Sulzbach bringt es auf fünf Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB und SUL (Sulzbach). Wieder gilt beim Antrag in der Zulassungsstelle: Der genaue Wohnort spielt keine Rolle. Ein Bewohner der im Norden gelegenen Stadt Auerbach, die früher zum Altlandkreis Eschenbach gehörte, kann ohne weiteres das Kennzeichen BUL führen. Ein Fahrzeughalter im südlich gelegenen Schmidmühlen, das einst Teil des Kreises Burglengenfeld war, kann sich ebenso für ein ESB-Schild entscheiden - oder für AS, NAB oder SUL. Vielfalt ist auch im Kreis Wunsiedel Trumpf. Außer WUN sind die Kennzeichen REH (Rehau), SEL (Selb) und MAK (Marktredwitz) verfügbar. Im Kreis Neustadt/WN sind drei Kennzeichen geplant: NEW, ESB und VOH (Vohenstrauß). Im Kreis Tirschenreuth wird neben TIR nur noch KEM (Kemnath) ausgegeben.

Über 50 neue "Alte"

Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) freut sich, dass viele Bürger Bayerns ihre Heimatverbundenheit nun auch auf ihrem Autokennzeichen ausdrücken können. "Ein Wunsch vieler Bürger geht damit in Erfüllung", zitiert ihn das Ministerium in einer Mitteilung. "Mit über 50 Altkennzeichen ist Bayern auch eines der Länder mit den meisten wiedereingeführten Kennungen." (Glosse)
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