Obama kommt heute nach Boston - Briefe mit tödlichem Gift in Umlauf
US-Behörden nehmen Verdächtigen ins Visier

Nach dem tödlichen Terroranschlag auf den Boston-Marathon sind die US-Ermittler einem Verdächtigen auf der Spur. Der Mann sei anhand von Bildern der Videoüberwachung identifiziert worden, hieß es am Mittwochabend. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Zeitung "Boston Globe" berief sich auf Ermittlungen, wonach ein Verdächtiger am Ort der zweiten Explosion in der Boylston Straße eine schwarze Tasche getragen und dort abgelegt hat. Die Spekulationen über den oder die Täter reichten von einem Anschlag islamistischer Terroristen bis hin zu einem fanatischen Einzeltäter mit unbekannten Motiven. Die Polizei dementierte Berichte über eine angebliche Festnahme. Eine Pressekonferenz der Bundespolizei FBI im Bostoner Gerichtsgebäude wurde am Abend nach einer Bombendrohung mehrfach verschoben.

Die Sprengsätze an der Marathonstrecke hatten am Montag drei Menschen in den Tod gerissen und mehr als 180 verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen achtjährigen Buben, eine 29 Jahre alte Amerikanerin und eine Studentin aus China. Am Mittwoch schwebten immer noch zwei Verletzte in Lebensgefahr. Der Zustand von zehn weiteren sei ernst, meldete der US-Sender CNN.

Bombe im Kochtopf

Am Mittwoch entdeckten Ermittler laut CNN den Deckel eines Kochtopfes auf dem Dach eines Hauses in der Nähe der Ziellinie des Marathons. Bomben mit Schnellkochtöpfen als Komponenten wurden bereits früher bei Attentaten etwa in Afghanistan, Indien, Nepal oder Pakistan verwendet, spielten aber auch bei dem vereitelten Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2000 eine Rolle. Präsident Barack Obama will heute an einem Gedenkgottesdienst für die Anschlagsopfer in Boston teilnehmen.
In Washington sind am Dienstag Briefe mit dem tödlichen Gift Ricin an Präsident Barack Obama und den republikanischen Senator Roger Wicker abgefangen worden. Das berichtete die Bundespolizei FBI. Beide Briefe seien aus der Stadt Memphis verschickt worden, berichtete der Sender CNN. Ersten Ermittlungen der Bundespolizei zufolge gibt es aber keine Verbindungen zum Terroranschlag beim Marathon in Boston. (Seite 7)
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