09.05.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Oberpfälzer auf Horst Seehofers Facebook-Fete Mit der Party "ein Fenster aufgemacht"

Willkommen in der Internet-Welt: CSU-Chef Horst Seehofer (links) hatte zur Facebook-Party in der Nobeldisko "P1" in München eingeladen. Der Landesvorsitzende der Piraten, Stefan Körner aus Amberg, war mit an Bord und fand es gelungen. Bild: dpa
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

An der Seite von Horst Seehofer können die Arbeitstage lang werden. Das hatte Reiner Meier gewusst, als er das Büro des Parteichefs übernahm. Am Mittwochmorgen war um 3 Uhr Feierabend - nach einer durchfeteten Nacht an der Seite des Ministerpräsidenten im P1. Eine Doppel-Premiere für den 58-jährigen Oberpfälzer: seine erste Facebook-Party und der erste Besuch in der bekanntesten Disko Süddeutschlands. Und ein Riesenspaß, erzählt er nach einer sehr kurzen Ruhepause. Am Vormittag stand schließlich wieder Alltagsgeschäft in der CSU-Landesleitung an.

Und dazu zählt auch ein Blick in die Medien: Wie kam das Spektakel mit seinem Chef in der Promi-Disko rüber? Nach der Lektüre einiger Beiträge zeigt sich Reiner Meier erstaunt: "Man muss wirklich sagen: Ich war auf einer anderen Veranstaltung." Von wegen nichts los, von wegen steife Inszenierung. "Es waren 1500 Leute da. Die waren alle hellauf begeistert von so einem lockeren Horst Seehofer." Eine Spaßbremse habe es nur am Anfang gegeben: durch den "medialen Großeinsatz".
Dann aber Seehofers Bad in der Menge: "Ich habe die Warteschlangen der vielen, vielen jungen Leute betreut", berichtet der Tirschenreuther. "Er hat sich für jeden einzelnen Zeit genommen, die Leute mit Du angeredet und gesagt: ,Ihr könnt auch Du sagen.'" Wildfremde Leute zumeist. "Mein Eindruck: Die, die zu Seehofer wollten, waren keine JU-Leute. Die wollten einfach den Menschen kennenlernen." Und er sie, wie Meier betont. Dass der CSU-Chef von seinem Umfeld zu der Facebook-Aktion gedrängt worden sei, weist sein Büroleiter zurück: "Der lässt sich von niemandem etwas aufschwatzen." Die Aktion sollte auch junge Menschen erreichen, die mit der Politik sonst nicht viel anfangen können. "Jetzt hat man ein Fenster aufgemacht."

Ein prominenter Gast aus der Oberpfalz war der Landesvorsitzende der Piratenpartei, Stefan Körner. "Es waren unglaublich viele Journalisten da. Wenn das Ziel der Veranstaltung ein Medientreffen war, dann ist es gelungen." Der Amberger hat sich nicht gelangweilt. "Ich habe viele Leute getroffen." Er hat zwar kein typisches Facebook-Publikum ausgemacht, und fand auch das P1 "nicht eine Top-Location für eine lockere Party". Aber immerhin sei die Öffnung der Christsozialen für das Thema Internet zu erkennen, sagt Körner. "Die CSU bewegt sich. Das kommt uns entgegen."

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