11.04.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Oberpfälzer Fans des FC Nürnberg distanzieren sich von Chaoten im Stadion "Die sollten das Hirn einschalten"

Heute Abend stehen "Die Besessenen" wieder im Block 8 des Nürnberger Fußballstadions und feuern - wie besessen - die Spieler des FC Nürnberg an. Der Fanclub aus Königstein (Kreis Amberg-Sulzbach) hält fest zum FCN. Erst recht nachdem am vergangenen Samstag in Frankfurt Böller auf das Spielfeld geflogen sind. "Jeder im Stadion muss wissen, das so was nicht geht", sagt der zweite Vorsitzende des Königsteiner Fanclubs, Christian Knahn.

Aufgebrachte "Club-Fans" beim Spiel in Frankfurt am vergangenen Samstag. Archivbild: dpa
von Uli Piehler Kontakt Profil

Herr Knahn, die Nürnberger Fans sind gerade dabei, ihren Ruf zu ramponieren.

Knahn: Solche Chaoten gibt’s nicht nur auf Nürnberger Seite. So was gibt
es leider überall. Bei den Anhängern der anderen Vereine und auch bei
ganz anderen Anlässen. Am Volksfest zum Beispiel.

Aber ist jetzt nicht der Ruf des FCN und seiner Fans in Gefahr?

Knahn: Das sind ein paar schwarze Schafe, die in keinster Weise für die
Gesamtheit der Fans stehen. Die sollten endlich mal ihr Hirn einschalten.

Finden Sie die 50 000-Euro-Strafe für den Club gerecht?

Knahn: Das ist in Ordnung. Ich bin froh, dass es keinen Punktabzug gab.
Auf der anderen Seite sind die Vorfälle in Frankfurt auch ein bisschen hochgespielt worden. Bei anderen Ausschreitungen, die noch viel gravierender waren, waren die Strafen geringer.

Die Königsteiner Fans sind immer nah dran. Besteht da nicht die Möglichkeit, auf solche Chaoten einzuwirken?

Knahn: Das kommt drauf an. Wenn die auf Randale aus sind, wird das schwierig. Die sind ja auch nicht doof.

Frankfurt scheint so etwas wie ein Hass-Gegner für Nürnberg zu sein.

Knahn: Wenn es ein Spiel gegen Frankfurt gibt, ist das immer was Besonderes.
Da gibt es eine lange Rivalität. Weil wir die besten Fans in Deutschland sind und die Frankfurter dasselbe von sich behaupten. Aber auch gegen die Bayern geht’s hoch her.

Und Fan-Freundschaft, kommt so was auch vor?

Knahn: Ja. Mit Schalke 04. Da gibt’s keinen Stress.

Wie reagieren die Fanclubs nach den Vorfällen in Frankfurt. Gibt es jetzt Absprachen?

Knahn: Die Fanclubs tauschen sich über das Internet aus. Es gab einen Aufruf, an der Demo gegen Gewalt teilzunehmen. Das soll ein symbolischer Akt sein, um zu zeigen, dass wir Ausschreitungen ablehnen.

Wenn der VfL Wolfsburg am Freitagabend in Nürnberg antritt, verläuft dann alles friedlich?

Knahn: Bestimmt. Bei den 50 Fans, die da aus Wolfsburg anreisen, gibt’ssicher keine Probleme.

Der Königsteiner Fanclub im Internet: www.diebesessenen.de

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