01.04.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Oberpfälzer Jäger sprechen von "Plage" - Rezept: Bewegungsjagd Wildschwein-Paradies

Sie stecken ihre Nase fast überall hinein: Auf der Suche nach Nahrung graben die Wildschweine (Sus scrofa) den Waldboden um, durchwühlen Wiesen und Felder. Besonders im Frühling machen die Tiere den Jägern in der Oberpfalz zu schaffen. Die Waidmänner sprechen schon von einer Wildschweinplage.

Ein Frischling sucht Kontakt zu seiner Mutter: In den vergangenen Monaten haben sich die Wildschweine in der Oberpfalz geradezu massenhaft vermehrt. Archivbild: dpa
von Uli Piehler Kontakt Profil

Heute geben die Jäger ihre Abschusslisten für das Winterhalbjahr bei den Landratsämtern ab. "So viele Tiere wie heuer hatte ich noch nie zur Beschau", sagt Tierarzt und Jäger Dr. Wolfgang Schinner aus Kemnath (Kreis Tirschenreuth). Die Wildschweine hätten sich in diesem Jahr viel stärker vermehrt als sonst. Durch das milde Wetter sei ihnen auf den Fluren überproportional viel Futter zur Verfügung gestanden.

"Jäger waren fleißig"

Landwirtschaftsminister Josef Miller appellierte schon vor dem Winter an alle bayerischen Revierinhaber und Jäger, ihr Augenmerk auf eine deutliche Reduzierung des Schwarzwilds zu richten. Miller warnte: "Mit der Zunahme des Bestands erhöhen sich die Wildschäden in der Landwirtschaft, Wildunfälle treten vermehrt auf und die Gefahr von Schweinepest steigt." Bei der Bejagung hätten sich nach den Worten des Ministers vor allem die großflächigen, revierübergreifenden Bewegungsjagden als überaus erfolgreich erwiesen. "Die Jäger waren fleißig", sagt Dr. Schinner.

"Die haben so viel geschossen wie nie." Wie der massenhaften Vermehrung Einhalt geboten werden könnte, darüber streiten sich die Experten. Fest steht: Die Bejagung alleine wird das Problem nicht lösen. Bitter für die Jagdpächter. Denn sie müssen unter bestimmten Umständen für die angerichteten Flurschäden einstehen.

In der Jagdsaison 2006/07 wurden in Bayern rund 26 000 Wildschweine erlegt. Die Zahlen, die ab heute erfasst werden, dürften deutlich darüber liegen. Mitte der 80er Jahre verzeichnete das Landwirtschaftsministerium lediglich 3000 erlegte Tiere.

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