19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Oberpfälzer Polizei registrierte 2013 drei Geisterfahrer-Unfälle Selten, aber dann sehr heftig

Im März 2013 auf der A 3 bei Sinzing. Ein Mann fährt betrunken in falscher Richtung auf die Autobahn, es kommt zum Unfall. Bei der Kollision stirbt eine Frau, der Verursacher wird schwer verletzt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will solche Situationen künftig durch den Einsatz moderner Elektronik verhindern. Bild: dpa
von Redaktion OnetzProfil

Weiden/Amberg. (räd) "Wenn es zu Falschfahrerunfällen kommt, dann sind diese meist sehr gravierend." Für Hauptkommissar Erwin Holl von der Verkehrspolizei Amberg kam der Vorstoß von Verkehrsminister Alexander Dobrindt überraschend. Allerdings: "Positiv", wie er betont.

Auch in der Oberpfalz sind regelmäßig Falschfahrer unterwegs. Laut Statistik zählte die Oberpfälzer Polizei im vergangenen Jahr 43 gemeldete Fahrten im Regierungsbezirk. Gemeldet bedeutet: Andere Verkehrsteilnehmer beobachten vermeintliche Falschfahrer und informierten die Polizei. Sieben von diesen 43 Fällen wurden von Beamten verifiziert, wobei es drei Mal zu Unfällen kam.

Betrunken unterwegs

Der folgenschwerste ereignete sich im März 2013 auf der A3 bei Sinzing. Ein Mann war betrunken auf die Autobahn gefahren und war frontal mit einem Kleinwagen kollidiert. Dessen 59-jährige Fahrerin war auf der Stelle tot. Der Unfallverursacher wurde schwer verletzt. Im Jahr 2012 lag die Zahl der gemeldeten Falschfahrer etwas geringer. 37 wurden der Polizei gemeldet, davon wiederum vier festgestellt. Bei einem Unfall trug ein Mensch Verletzungen davon.

Die Polizei unterscheidet zwischen gemeldeten und festgestellten Falschfahrten, so Pressesprecher Albert Brück. Nicht selten haben Geisterfahrer die Autobahn schon wieder verlassen, ehe ein Streifenwagen sie erwischen konnte. Hin und wieder gibt es auch optische Täuschungen, etwa wenn parallel zur Autobahn eine Landstraße verläuft. Am häufigsten gab es Falschfahrer-Meldungen im vergangenen Jahr von der vielbefahrenen A 93. Für den Oberpfälzer Abschnitt zwischen Pechbrunn im Norden und Regensburg im Süden gab es 23 Hinweise. Auf der A 6 zwischen Sulzbach-Rosenberg und Waidhaus hingegen nur 7 Geisterfahrer-Alarme.

Viele Autofahrer schätzten die Gefahr, Opfer eines Geisterfahrer-Unfalls zu werden, als sehr hoch ein. Nach Erkenntnissen des ADAC verursachten Geisterfahrer aber nur drei Prozent aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.