14.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Paris bekämpft Liebesschlösser an Brückengeländern - Gefahr für Touristen auf Ausflugsschiffen Zuneigung wiegt viel zu schwer

Paris will seine Brücken von Liebesschlössern befreien. Die tonnenschweren Beweise gegenseitiger Zuneigung gefährden inzwischen nicht nur die Statik von Brücken in der Stadt der Liebe. Bedroht sind auch Touristen in Ausflugsschiffen - durch weggeworfene Schlüssel, herabfallende Schlösser oder abbrechende Geländerteile.

Vor einer Wand aus Schlössern auf dem Pont des Arts in Paris küsst sich dieses Paar. Nachdem im Juni Teile des Geländers unter dem Gewicht der unzähligen Schlösser zusammengebrochen waren, hat die Stadt angekündigt, die Schlösser nicht länger zu dulden. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Selbstporträts verliebter Paare sollen die Liebesschlösser nun ersetzen. Die Stadtverwaltung will die Bekundungen glücklicher Besucher, seit 2008 an den Brücken geduldet, so ins Internet locken. Von einer "ersten Phase" im Kampf gegen die Schlösser sprach Vanessa Panetto am Mittwoch für die Stadt. Dabei setze Paris zunächst auf Verständnis.

Auf Zugängen der Brücken appellieren nun große Herzaufkleber an Verliebte: "Unsere Brücken können euren Liebesgesten nicht länger standhalten." Als Alternative gibt es "love without locks" (Englisch für: Liebe ohne Schlösser). Auf der Internetseite sollen Selbstporträts das Glück der Paare bezeugen - so dass diese nicht wie weltweit üblich ein Schloss anbringen und den Schlüssel in den Fluss werfen. Über Netzwerke wie Instagram oder Twitter können Verliebte ihr Selfie mit dem Hashtag #lovewithoutlocks platzieren - und im Zweifel auch wieder löschen. Bis Mittwoch kamen rund 300 Fotos von Verliebten zusammen, zwischenzeitlich gab es auch Werbung von Schlossverkäufern. Die sind um die Brücken herum allgegenwärtig - mit happigen Preisen von bis zu zehn Euro pro Schloss.

Schnelle Vermehrung

Gefährdet sind in Paris vor allem die Brücken Pont de l'Archevêché hinter der Kathedrale Notre Dame und Pont des Arts zum Louvre. An der Fußgängerbrücke waren vor wenigen Wochen Geländerteile unter dem Gewicht zusammengebrochen. Elemente der Brücke sind derzeit mit Stützen zusätzlich gesichert. Aber auch andere Orte locken Schlösser - selbst der Eiffelturm ist betroffen.

Die Schlösser vermehren sich rasend schnell: Hector Spencer-Wood (18) und Jenny Macmilllam (18) aus Schottland können das Liebesschloss, das sie vor wenigen Tagen befestigt haben, kaum noch finden. Eine Internet-Seite finden sie dennoch nicht so cool: "Das hier ist echt besser." Für die Stadtverwaltung macht Panetto jedenfalls klar: Paris will die Schlösser nicht mehr haben.

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