20.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Parteiloser Direktkandidat reklamiert Stimmen-Rekord - Staat erstattet Kosten Dippel schreibt Geschichte

Sein Name taucht bei den Analysen der überregionalen Medien nicht auf: Konrad Dippel, angetreten als Direktkandidat im Wahlkreis Weiden/Neustadt/Tirschenreuth unter dem Stichwort "Danke für Ihr Vertrauen!". Zwischen Albert Rupprecht (CSU) und Ludwig Stiegler (SPD) geht Dippel unter - dabei hat er mit 13,6 Prozent der Erststimmen ein mehr als respektables Ergebnis eingefahren.

Selbst hat er Albert Rupprecht (CSU) und die SPD gewählt: der Parteilose Konrad Dippel. (Bild: Wilck)
von Uli Piehler Kontakt Profil

Genau 17 966 von 134 635 Wählerinnen und Wählern haben dem 34-jährigen Unternehmer aus Trabitz (Kreis Neustadt/WN) ihre Stimme gegeben. Er reklamiert für sich: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik habe ein "echter" parteiloser Direktkandidat mehr als zehn Prozent der Stimmen erreicht. Ex-CDU-Politiker Martin Hohmann lässt er nicht gelten.

Der holte als Parteiloser in Fulda 39 544 Stimmen (21,5 Prozent). Dippel bekommt jetzt Wahlkampfkosten erstattet - und zwar 2,05Euro pro Stimme. Genau 36 830 Euro und 30 Cent stehen dem Trabitzer zu. "Ich werde trotzdem draufzahlen", sagt er. Der Wahlkampf habe ihn rund 40 000 Euro gekostet. "Das liste ich alles ge nau auf und veröffentliche es", kündigt er an. Dippel sagt, die Stimmen für ihn kämen dem Steuerzahler nicht so teuer, wie die für die Partei-Kandidaten. Die bekämen 2,80 Euro pro Kreuzchen.

Sein Abschneiden wertet er als vollen Erfolg, auch wenn sich der Traum vom Direktmandat nicht erfüllt hat. "Ich habe auf einen Elefanten gezielt und ein Reh getroffen", gibt er unumwunden zu. Das Ergebnis hat ihn offenbar alles andere als entmutigt. Bei der nächsten Bundestagswahl will er wieder auf Stimmen-Jagd gehen.

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