05.05.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Planverfahren eröffnet - Bamberg geschlossen MeillerGHP: 60 Stellen weg

Auf eigenen Antrag hin wurde über die MeillerGHP ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. 60 der rund 500 Mitarbeiter am Stammsitz an der Gutenbergstraße verlieren ihren Job. Der Standort Bamberg mit 190 Mitarbeitern wird komplett geschlossen. Bild: Götz
von Redaktion OnetzProfil

Schwandorf. (ch) Die Sanierung bei MeillerGHP zieht Personalkürzungen nach sich. Von rund 500 Mitarbeitern in Schwandorf werden 60 ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Standort in Bamberg mit rund 190 Mitarbeitern wird komplett geschlossen. Das Amtsgericht Amberg hat über das Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ("Schutzschirm") eröffnet.

MeillerGHP hatte im Februar angekündigt, das Unternehmen im "Schutzschirmverfahren" restrukturieren zu wollen. Der Schritt sei notwendig geworden, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Am 2. Mai hat das Amtsgericht in Amberg das Verfahren eröffnet.

In einer Pressemitteilung vom Montag nennt MeillerGHP die Eröffnung des Verfahrens als "wichtige Etappe". Das Sanierungskonzept liege nun dem Gericht und dem Gläubigerausschuss vor. Das Unternehmen könne nun plangemäß in das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gehen. Damit bleibt die Geschäftsführung weiterhin in der operativen Verantwortung und führt den Betrieb eigenständig fort.

"Angesichts des extrem schwierigen Marktumfeldes ist dies ein wichtiger Erfolg", erklärt Stephan Krauss, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Für unsere Kunden und Wettbewerber setzen wir damit auch ein klares Zeichen, dass wir weiter im Geschäft sind." Das umfangreiche Sanierungskonzept wurde Gericht und Gläubigerausschuss bereits vorgelegt. Es ziele darauf ab, MeillerGHP wieder nachhaltig profitabel zu machen.

Konkret bedeute dies, so das Unternehmen, dass der Standort Bamberg stillgelegt und Teile der Produktion nach Schwandorf verlagert werden. Durch die geplante Schließung des Standorts Bamberg sollen mittelfristig alle weiteren Standortkosten inklusive der Belastungen aus dem Mietvertrag eliminiert werden. "Auch am Hauptsitz von MeillerGHP in Schwandorf wird eine Personalreduzierung um rund 60 Mitarbeiter vorgenommen", heißt es in der Mitteilung. Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat werde an einer sozialverträglichen und fairen Lösung für alle betroffenen Mitarbeiter gearbeitet.

Allerdings: Die gesetzlichen Regelungen für das Insolvenzplanverfahren setzen enge Grenzen für Abfindungen. Die Rede ist von maximal zweieinhalb bis drei Monatsgehältern. In welchen Abteilungen in Schwandorf wie viele Mitarbeiter gehen müssen, steht nach Angaben von Pressesprecherin Nadine Winkelhaus noch nicht fest.

"Wir sind überzeugt, dass die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Insolvenzsozialplan zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis führen werden", sagt Stephan Krauss. All diese Maßnahmen seien notwendig, um die bestehende Produktionsüberkapazität sowie personelle und standortbezogene Fixkosten insbesondere in Bamberg zu senken. Darüber hinaus finden unter der Leitung der Beratungsgesellschaft "Ernst & Young" Gespräche mit potenziellen Investoren statt. Damit solle die Basis geschaffen werden, um investieren und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit sichern zu können. Die Interessen der Gläubiger vertritt ein Sachwalter. Das Gericht hat dazu Rechtsanwalt Stefan Waldherr (Nürnberg) bestellt.

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