Politikwissenschaftlerin kritisiert "Pauschalverdammung"

Die Leiterin der Tutzinger Akademie für Politische Bildung, Ursula Münch, hält die Diskussion über die Verwandtenaffäre für übertrieben. "Es klingt, als hätten alle in die eigene Tasche gewirtschaftet. Das trifft so nicht zu", sagte die Politikwissenschaftlerin am Freitag der dpa. Sie fürchte, dass die Beteiligung bei der Landtagswahl im September darunter leide: "Als Resultat wird bleiben, dass der Wähler nicht mehr zur Wahl geht, weil er die Wahrnehmung hat, die sind alle korrupt." Damit tue man vielen Abgeordneten Unrecht, sagte Münch: "Eine Pauschalverdammung ist nicht zutreffend."

Einzelne Vorkommnisse seien nicht in Ordnung gewesen, sagte Münch und nannte den zurückgetretenen CSU-Fraktionschef Georg Schmid, der seine Frau hoch bezahlen ließ. Aber in der Regel seien Familienmitglieder angestellt worden, weil sie qualifiziert seien und ihre Arbeit machten. Nun versuche die Opposition, die Vorwürfe in Richtung CSU zu drehen, und die CSU betone, dass auch Oppositionspolitiker Verwandte beschäftigen. Dem Bürger sei das egal, sagte Münch: "Der Hauptvorwurf geht an ,den Politiker'" "Ich befürchte, dass die Diskussion vor allem der Politik insgesamt schaden wird." (dpa)
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