18.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Polizei verteidigt sich gegen Kritik Durchsuchung bei Cliff Richard

Nach der Hausdurchsuchung bei Musiker Cliff Richard wegen einer möglichen Sexualstraftat hat sich die britische Polizei gegen Kritik verteidigt und Vorwürfe gegen die BBC erhoben.

Cliff Richard. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Der Sender habe zu spät öffentlich gemacht, dass er nicht von der Polizei von den Ermittlungen gegen den Sänger erfahren hatte, beklagte die Polizei von South Yorkshire am Samstagabend in einer Mitteilung. Man habe deshalb einen Beschwerdebrief an BBC-Chef Tony Hall geschrieben. Der Sender habe gegen seine eigenen Richtlinien verstoßen.

Reporter der BBC waren am Donnerstag noch vor der Polizei vor der Wohnung des 73 Jahre alten Popstars in Sunningdale in der englischen Grafschaft Berkshire westlich von London. Während der fünfstündigen Hausdurchsuchung hatten sie auch von einem Hubschrauber aus gefilmt und die Aktion teils live ins Fernsehen übertragen. Juristen und Politiker bemängelten daraufhin, dass die Journalisten offensichtlich Datum und Uhrzeit des Einsatzes kannten und vor Richard über die Durchsuchung informiert gewesen seien.

Gegen die Kritik setzte sich die Polizei zur Wehr. Ein BBC-Reporter habe sie schon vor Wochen kontaktiert, weil er aus anderer Quelle von einer laufenden Untersuchung erfahren hatte, heißt es in der Mitteilung: "Er war eindeutig in der Lage, das zu veröffentlichen." Nur um die Ermittlungen nicht zu gefährden, habe man mit ihm kooperiert. Als Gegenleistung dafür, dass er mit der Veröffentlichung warte, habe man ihm Datum und Uhrzeit der Durchsuchung genannt.

Die BBC bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, dass einer ihrer Journalisten sich mit den Informationen an die Polizei gewandt habe. "Die BBC war einverstanden, normalen journalistischen Gepflogenheiten zu folgen und eine Geschichte nicht zu veröffentlichen, die eine polizeiliche Untersuchung behindern könnte", sagte ein Sprecher. Bereits am Freitag hatte der bei der BBC für die Nachrichtenbeschaffung zuständige Redakteur, Jonathan Munro, bekanntgegeben, dass die Polizei nicht die erste Quelle gewesen sei.

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