16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Proteste in USA gegen Auftreten der Polizei Mit Panzerwagen durch Innenstadt

Die Lage in Ferguson hat sich beruhigt. Tagelang war die Polizei aggressiv aufgetreten, nun stehen die Zeichen auf Deeskalation. Knapp eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Teenager Michael Brown in Ferguson hat die Polizei den Namen des Schützen veröffentlicht - und Fehler eingeräumt.

Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen Teenager in der US-Kleinstadt Ferguson kam es vielen Städten in den USA, wie hier in Los Angeles, zu Kundgebungen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Maßnahmen gegen den Beamten Darren Wilson, der seit sechs Jahren für die Polizei 21 000-Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat Missouri arbeitet, habe es bislang nicht gegeben, sagte Polizeichef Tom Jackson am Freitag. Die Polizei hatte Wilsons Namen tagelang unter Verschluss gehalten, was ihr Kritik von mehreren Seiten einbrachte.

Unterschiedliche Aussagen

Laut dem am Freitag veröffentlichten Polizeibericht wurde der 18-jährige Brown eines Raubüberfalls auf ein Geschäft verdächtigt, bevor er erschossen wurde. Dabei soll er gegenüber dem Verkäufer handgreiflich geworden sein. Wie es anschließend zu den Todesschüssen kam, vor denen Brown den Polizisten in dessen Dienstfahrzeug gedrängt haben soll, erläuterte Jackson nicht. Augenzeugen hatten dagegen berichtet, der Jugendliche habe sich kurz vor seinem Tod ergeben und die Hände in die Höhe gehalten. Brown sei unbewaffnet gewesen. Anwohner Fergusons hatten in der Nacht zum Freitag erneut protestiert und eine umfassende Aufklärung des Falls gefordert. Laut Berichten von US-Medien blieb es dabei friedlich, nachdem es in den Nächten zuvor teilweise zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war.

Obama greift ein

Die Polizei war zuvor schwer bewaffnet und auch mit Tränengas und Rauchbomben vorgegangen, um Proteste aufzulösen. Auch Gummigeschosse wurden eingesetzt. Mindestens zwei Reporter wurden gewaltsam festgenommen. Diese ungewöhnlich schwere Bewaffnung der Polizei ist kein Einzelfall. Ein Programm des Pentagons ermöglicht es den Kräften, sich kostenlos militärische Ausrüstung zuzulegen, darunter schwere Waffen sowie Granatwerfer und gepanzerte, gegen Landminen geschützte Fahrzeuge.

Präsident Barack Obama musste alle Beteiligten zur Ruhe aufrufen. Gouverneur Jay Nixon zog die örtliche Polizei zur Deeskalation ab und ersetzte sie durch die "Highway Patrol", die Polizei des Bundesstaates. Der neue Befehlshaber Ron Johnson marschierte mit der Menge und stellte sich den Fragen von Bewohnern und Journalisten.

In zahlreichen anderen Städten der USA gingen die Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität mit Browns Verwandten zu zeigen und sich gegen Polizeigewalt zu wenden, darunter in New York, Detroit, Chicago, Orlando und Los Angeles. Zum Erkennungszeichen der Demonstranten wurden erhobene Hände, weil auch Michael Brown die Hände vor seinem Tod gehoben haben soll.

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