Prozess: Mutter soll Kind gegen Wand gestoßen haben
Tod eines Babys

Zweimal soll eine Mutter ihr schreiendes Baby mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Als es später aufhört zu atmen, wird es kräftig geschüttelt. Das kleine Mädchen stirbt im Krankenhaus. Wegen Totschlags muss sich die 33-Jährige seit Dienstag vor dem Landgericht in Verden verantworten.

In Handschellen führten Justizbeamte sie in den Saal. Sie bedeckte ihr Gesicht mit einem grau-pinken Kopftuch. Zu einer Anklageverlesung kam es nicht mehr: Die Verteidigung monierte die Übersetzung der Anklageschrift. Bis zum nächsten Prozesstermin am 5. September soll nun eine andere Dolmetscherin die Übersetzung der Anklage prüfen.

Weil die Frau überfordert ist, vergreift sie sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft am 26. Oktober 2013 in Schwanewede an ihrem Säugling. Die Familie lebt erst seit wenigen Monaten in Deutschland. Mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern ist die Schwangere aus Tschetschenien geflohen. Am Tattag streitet sie mit ihrem Mann, das Baby schreit, sie stößt es gegen die Wand. Der Staatsanwaltschaft zufolge ist es nicht der erste Übergriff: Zuvor soll die Frau dem Mädchen bereits mehrere Rippen gebrochen haben.

Die Angeklagte sitzt seither in Untersuchungshaft. Weinend verfolgt sie den Prozess. Sie versteht kein Deutsch. Ein Dolmetscher übersetzt jedes Wort des Richters. Wegen Problemen mit der Anklageschrift setzt das Gericht die Verhandlung nach kurzer Zeit aus. Sie sei nicht richtig ins Tschetschenische übersetzt, sagt Verteidiger Cornelius Weimar.
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