Puppenbühne der Polizei Weiden macht Senioren auf fiese Abzock-Maschen aufmerksam
Mit Erna und Marie gegen Trickbetrüger

Die drei Beamten der Polizei Weiden warnten mit ihren Puppen vor Trickbetrügern, Haustürgeschäften und Kaffeefahrten. Bild: wg
Die Tipps zur Abwehr von Trickbetrügern, zum Verhalten bei Haustürgeschäften und Kaffeefahrten zogen das Publikum vor allem wegen Hauptakteurin "Erna Meier" in ihren Bann. Einen Auftritt im voll besetzten Jugendheim St. Martin hatten die drei Beamten der Puppenbühne der Polizei Weiden. Seniorenbeauftragte Heidi Gradl begrüßte Interessierte aus allen Gemeindeteilen.

Polizeioberkommissar Georg Hüttner ist der Autor des Stücks "Erna - Sicherheit für Senioren". Unterstützt von seinen Kollegen Brigitte Herzog und Helmut Fritsch begann das Puppenspiel, vorgetragen im Oberpfälzer Dialekt, nach dem gemeinsam ge-sungenen Lied "Mit 66 Jahren".

Immer wieder ging ein Raunen durch den Saal, wenn ein neuer Trick auf der Puppenbühne vorgestellt wurde. So kauften Erna und ihre Freundin Marie bei einer Kaffeefahrt gleich zwei Röhrchen von den teueren, aber wirkungslosen Wunderpillen. Wegen der telefonischen Mitteilung, dass sie den Hauptgewinn beim Preisausschreiben gewonnen hat - obwohl sie nie an einem teilgenommen hatte - konnte Erna die ganze Nacht nicht schlafen. Gutgläubig ließ sie die beiden Vertreter der Gewinnzentrale ins Haus und gab ihnen auch noch die geforderten 50 Euro "Bearbeitungsgebühr" für einen Besteckkasten im Wert von angeblich 1000 Euro. Das Preisschild in Höhe von 9,99 Euro entdeckte später ihre Freundin. Arglos erzählte Erna den fremden Besuchern, dass sie erst ihre Rente abgeholt hat. Kurz darauf verabschiedeten sich die beiden sehr schnell. Erst am Abend bemerkte Erna, dass das ganze Geld aus der Kommode fehlte.
Viele Tipps der Polizisten nahmen die Zuschauer in der anschließenden Diskussion gerne an. Zum Beispiel, sich bei Gewinnspielanrufen nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen, sondern den Hörer neben das Telefon zu legen - sonst wird man "ausgequetscht" von den psychologisch geschulten Anrufern, die kein "Nein" gelten lassen und allerhand Informationen herauskitzeln. Die Senioren erfuhren, wie man sich beim "Enkel-Trick" oder angeblichen Gewinnen verhält. Auch der Rat, bei Werbefahrten sehr skeptisch zu sein und keine der überteuerten Sachen zu kaufen, kam an. Ein weiterer Tipp lautete, wenn Fremde vor der Tür stehen oder durchs Fenster spionieren, laut nach dem Mann oder dem Sohn im anderen Raum zu rufen - auch wenn es sie gar nicht gibt. Bei Verdacht auf Einbrecher galt der Rat, immer gleich die Polizei zu verständigen.

Dass man Geldbeutel nie unbeaufsichtigt im Einkaufskorb liegen lässt, schärften die Beamten den Senioren ein. Handtaschen sollten mit der Klappe nach innen so getragen werden, dass niemand sie von der Schulter reißen kann. Schließlich noch der Rat, sich nicht von Fremden umarmen zu lassen - sie könnten es auf Geld und Schmuck abgesehen haben.
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