10.05.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Regensburg: 20-Jährige aus Saal an der Donau gesteht Mutter räumt Tötung des Babys ein

von Autor AHSProfil

Zu Beginn des dritten Verhandlungstages gegen die wegen Mordes angeklagte 20-jährige Metzgereiverkäuferin aus Saal an der Donau kündigte deren Verteidiger Michael Haizmann eine Erklärung seiner Mandantin an. Entsprechend seinem Antrag wurde hierzu die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Zwei Stunden lang stand die Angeklagte den Prozessbeteiligten Rede und Antwort. Im Ergebnis räumte sie dabei ein, ihren Buben kurz nach der Geburt getötet zu haben, nicht jedoch im Sinne des Mordvorwurfs.

Anlässlich der darauf folgenden Vernehmung eines Kripo-Beamten zitierte der Vorsitzende der Jugendkammer, Richter Carl Pfeiffer, aus dem Geständnis der Angeklagten. Danach habe sie das Kind in ihrem Zimmer in der elterlichen Wohnung allein geboren und eine halbe Stunde später getötet. Dann habe sie den Säugling in eine Tasche gepackt und etwa einen halben Tag lang in ihrem Auto deponiert. Anschließend versteckte sie ihn in der elterlichen Garage hinter einem Stapel von Autoreifen. Rund zwei Monate später habe sie dann den Leichnam zur Donau gebracht und dort ausgesetzt. Der Aussage eines Ermittlers zufolge war der Inhalt des verwendeten Einkaufskorbs die erste heiße Spur. Kolleginnen der Angeklagten aus dem Supermarkt konnten der Angeklagten einen Verkaufsbon zurechnen. Eine von ihnen hatte zudem den Eindruck, dass die damals 18-jährige eine Zeitlang rundlich, später wieder schlank war. Eine Analyse des ebenfalls sichergestellten Zigarettenpapiers ordnete dieses der Marke Gauloises zu, welche die Angeklagte auch rauchte. Aufgrund dieser Verdachtsmomente erwirkten die Fahnder einen Durchsuchungsbeschluss.

Vor den Zug geworfen

In der Wohnung waren sowohl die Angeklagte, als auch deren Mutter anwesend. Als die Mutter durch einen Beamten über den Tatverdacht informiert wurde, erlitt sie einen Schock und gab an: "Ich hab nicht gespannt, dass sie schwanger ist." Später sah sie im Esszimmer - wo die Angeklagte befragt wurde - den Einkaufskorb stehen und reagierte mit: "Das ist doch deiner!". Doch die Angeklagte stritt dies ab. Noch in derselben Nacht warf sich die Mutter der Angeklagten vor einen Zug.

Wochen später war die Angeklagte damit konfrontiert worden, dass die DNA-Analyse Gewissheit brachte, dass es sich bei dem Buben um ihr Kind handelt. Bei einer weiteren Hausdurchsuchung konnte im Kinderzimmer der Angeklagten ein Teppichmesser mit Blutanhaftungen sichergestellt werden. Der Prozess wird am 20. Mai fortgesetzt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.