22.03.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Rektorenkonferenz in Amberg: Fachhochschulen planen ein ostbayerisches Bündnis Studentenberg kein Hindernis

Die Fachhochschulen in Bayern rechnen mit einem starkenAnstieg der Studentenzahlen. "Unser größtes Problem wird die Bewältigung des Studentenberges, der sich bis zum Jahr 2012 auftürmt", sagte der Sprecher der Präsidenten- und Rektorenkonferenz der bayerischen Fachhochschulen, Professor Erich Kohnhäuser am Montag in Amberg.

Der Präsident der Fachhochschule Amberg-Weiden, Professor Erich Bauer (links), und der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz, Professor Erich Kohnhäuser. (Bild: Piehler)
von Uli Piehler Kontakt Profil

Kohnhäuser, Präsident der Fachhochschule Regensburg, geht davon aus, dass sich die Zahl der Studierenden an den 22 Fachhochschulen in Bayern von heute 70 000 auf mehr als 90 000 im Jahr 2012 erhöht. "Das wird eine große Herausforderung, zumal die finanziellen Verhältnisse zu wünschen übrig lassen." Bei ihrer Tagung in Amberg suchten die Präsidenten und Rektoren der Fachhochschulen nach Strategien, um diesem Problem zu begegnen.

Vielfältig sind laut Professor Kohnhäuser die Ansätze. Und profitieren sollen möglichst alle: Hochschulen, Studenten und der Bildungsetat. Eine Initiative läuft auf die Gründung eines "Hochschulbündnis Ostbayern" hinaus. Die Fachhochschulen Amberg-Weiden, Deggendorf, Regensburg und Landshut, sowie die Universitäten Passau und Regensburg sollen ihr Studienangebot besser absprechen, um Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen und - wenn es um die Anliegen Ostbayerns geht - mit einer Stimme zu sprechen.

"Profilbildung" lautet nach den Worten des Präsidenten der Fachhochschule Amberg-Weiden, Professor Erich Bauer, das Gebot der Stunde. Auch wenn sein Kollege Kohnhäuser die Osteuropa-Kompetenz eher beim "Bohemicum" der Universität Regensburg angesiedelt sieht, bedeute das keinen Nachteil für das anvisierte Ost-West-Zentrum an der Fachhochschule in Weiden. Der Bachelor-Studiengang "European Business Language", bei dem Tschechisch, Russisch und Polnisch gelehrt werden, sei einer der gefragtesten überhaupt und durch die Absprachen zwischen den Hochschulen nicht gefährdet.

"Das Hochschulbündnis Ostbayern bringt uns klare Vorteile, weil wir uns auf die Industrie-Cluster in der Region ausrichten", sagte Kohnhäuser. Davon profitierten die Studenten von Fachhochschulen und Universitäten, weil sie sich besser auf die Anforderungen der Wirtschaft einstellen könnten. Nicht zuletzt stärke das Bündnis dadurch auch den Wirtschaftsstandort Ostbayern.

Wenn die anstehenden Aufgaben bewältigt werden sollen, sei der Sparkurs bei der Bildung auf Dauer nicht durchzuhalten, sagte Kohnhäuser: "Das alles geht nur mit zusätzlichen staatlichen Leistungen." Auch wenn er "kein glühender Anhänger" der angekündigten Studiengebühren sei, setzt er doch auf sie. "Uns ist wichtig, dass die Gebühren an der jeweiligen Hochschule bleiben, die der zahlende Student besucht."

22 Fachhochschulen in Bayern

Die Fachhochschule wurde als neuer Hochschultyp neben Universität und Kunsthochschule 1971 in Bayern eingeführt. Inzwischen gibt es im Freistaat 22 Fachhochschulen an 26 Standorten. Mit ausgeprägtem Praxisbezug in der Lehre, mit in das Studium eingebundenen praktischen Studiensemestern und Professoren, die neben der wissenschaftlichen Qualifikation die Erfahrung der Berufspraxis mitbringen, erfüllen die Fachhochschulen einen eigenständigen Bildungsauftrag, der auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts ausgerichtet ist. Die vor zehn Jahren gegründete Fachhochschule Amberg-Weiden gehört zusammen mit den Fachhochschulen Ansbach, Aschaffenburg, Deggendorf, Hof, Ingolstadt und Neu-Ulm zu den jüngsten in Bayern. (upl)

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