10.08.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Rohrwerk-Belegschaft von Maxhütte geht gegen 40-Stunden-Woche auf Barrikaden Proteste gegen "Horrorkatalog"

von Autor HOUProfil

Über 200 der rund 460 Beschäftigten des Rohrwerks Maxhütte haben am Montagmittag vor den Werkstoren gegen einen Forderungskatalog der Geschäftsführung protestiert, der 40-Stunden-Woche bei 35 Stunden Bezahlung, Wegfall von fünf Urlaubstagen und Streichung der Jahressonderzahlung beinhaltet.

Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König und der Amberger IG Metall-Bevollmächtigte Jürgen Ganss stellten fest, diesen "Horrorkatalog" werde man keinesfalls akzeptieren. Ein 2001 vereinbarter Sanierungstarifvertrag bringe dem Werk mit Lohnverzicht, flexibler Arbeitszeit und stark verminderter Jahressonderzahlung bereits jährlich einen Kostenvorteil von rund einer Million Euro.

Die Arbeitnehmerseite wirft dem "Aicher-Clan" (Evelyn Aicher ist Gesellschafterin des Rohrwerks) vor, die schlechte Arbeitsmarktsituation in der Region für Erpressungsversuche an der Rohrwerk-Belegschaft zu missbrauchen. Anders sei die Drohung mit der Auslagerung von Produktionsbereichen nach Osteuropa und dem damit verbundenen Abbau von 100 Arbeitsplätzen nicht zu interpretieren.

Seit Donnerstag vergangener Woche steht die Produktion in dem Werk wegen eines Defekts an einer 600-Tonnen-Presse. Nach Aussage des Betriebsrats habe die Geschäftsführung bisher die längst überfälllige Bestellung eines Ersatzzylinders für 60 000 Euro verhindert.

Seit sieben Monaten fahre das Rohrwerk kontinuierlich Verluste ein, hält Geschäftsführer Karl Reyzl entgegen. Die geforderte Mehrarbeit ohne Lohnausgleich sei gekoppelt an eine Arbeitsplatzgarantie und an eine Investitionszusage in Höhe von drei Millionen Euro. Die Jahressonderzahlung solle ersetzt werden durch eine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung.

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