28.08.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Scharfe Anklage gegen Abtreibungen - Donum Vitae: Falschinformationen Misstöne nach Kapellenweihe

von Uli Piehler Kontakt Profil

Die feierliche Einweihung der Kapelle "Unschuldige Kinder" in Pösing (Kreis Cham) hat bei Maria Geiss-Wittmann, Mitbegründerin des Vereins Donum Vitae, einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. "Dieses Haus wurde erbaut als Anklage gegen die Beratungsstellen, welche die Tötungslizenz zum legalen Kindermord ausstellen", ist auf einer Tafel zu lesen, die an der Außenwand der Kapelle eingelassen ist.

"Das ist irreführend und verleumdet viele, die sich nachhaltig für den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen", erklärt Geiss-Wittmann. Sie stellt klar, dass sich gerade die Beratungsstellen von Donum Vitae mit ganzer Kraft für den Lebensschutz des Ungeborenen einsetzen. Geiss-Wittmann: "Es ist eine irreführende und unzutreffende Aussage, dass der Schein eine Abtreibung legalisiere, ermögliche oder eröffne. Abtreibung ist Unrecht und verboten, und niemand kann und darf ein Unrecht legalisieren oder ermöglichen."

Die Tafel ist nicht die einzige, die der Erbauer der Kapelle, Franz Graf (51), aufgestellt hat. Im Inneren des Gotteshauses steht eine Stellwand mit der Aufschrift "Auschwitz ist heute in unseren Krankenhäusern und Abtreibungskliniken sowie in gynäkologischen Praxen und durch die Einnahme von Abtreibungsmitteln". Nach eigenem Bekunden kämpft Graf seit seiner Jugend gegen die Reform des Abtreibungsparagrafen 218. Als 23-Jähriger habe er beschlossen, eine Kapelle für die "unschuldigen Kinder" zu bauen, wenn er 50 ist.
Der nunmehr in zwei Jahren durch rein private Initiative errichteten Kapelle an der Staatsstraße zwischen Pösing und Stamsried hat der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, am vergangenen Sonntag den kirchlichen Segen erteilt. Zahlreiche weitere Geistliche nahmen an der Zeremonie teil. Mittags läuteten aus dem Anlass im ganzen Dekanat Roding die Kirchenglocken.

Die ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete aus Amberg betont, dass sie das Grundanliegen der Kirche und des Kapellenerbauers teilt. Allerdings lässt sie die Kritik an den Beratungsstellen nicht gelten. Wer eine Pflichtberatung ablehnt, überlasse es dem Zufall, ob eine Schwangere Rat und Hilfe und das Ungeborene einen Anwalt für sein Leben erhalten, gibt sie zu bedenken. Die Folge wäre eine Fristenlösung, die das Kind schutzlos und die Frau ohne Rat und Hilfe lassen würde.

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