Schwarz statt Oranje: Nach dem Thronwechsel gedenken die Niederländer der Opfer des Zweiten ...
Willem-Alexanders erste Bewährungsprobe

Statt großen Jubels herrschte am Samstag Totenstille auf dem Dam in Amsterdam. Die Fahnen hingen halbmast, statt orangener T-Shirts trugen die Tausenden Menschen schwarz. Vier Tage nach dem großen Oranje-Fest zum Thronwechsel gedachten die Niederlande der Opfer des Zweiten Weltkrieges. Es war auch der erste öffentliche Auftritt und die erste Bewährungsprobe für das neue Königspaar Willem-Alexander und Máxima.

Der Totengedenktag am 4. Mai ist traditionell ein sehr beladener Tag für das Land, in dem das Leiden im Zweiten Weltkrieg noch immer präsent ist. Jedes Jahr liegt das öffentliche Leben um Punkt 20 Uhr für zwei Minuten still, wenn die Niederländer der schätzungsweise 200 000 niederländischen Kriegsopfer gedenken. Ganz in Schwarz stand das Königspaar vor dem Monument auf dem zentralen Platz der Hauptstadt. Schweigend legten sie dort einen Kranz für die Opfer nieder. Das Leiden unter der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945 hatte Jahrzehnte die deutsch-niederländischen Beziehungen belastet. Für die Oranje-Familie ging es dabei auch um eine sehr persönliche Geschichte. Königin Juliana, Großmutter von Willem-Alexander, war mit dem deutschen Prinz Bernhard verheiratet, Königin Beatrix mit dem deutschen Prinz Claus.

Tausende nahmen an der Gedenkfeier im damaligen Deportationslager Westerbork im Osten des Landes teil. Von hier aus waren rund 102 000 niederländische Juden, Sinti und Roma in deutsche Konzentrationslager deportiert und dort getötet worden.
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