Seehofer fordert von Haderthauer rasche Aufklärung
"Vorwürfe entkräften"

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat das Krisenmanagement seiner Staatskanzleichefin Christine Haderthauer in der "Modellbau-Affäre" erneut kritisiert und sie zu einer raschen Aufklärung der Vorwürfe aufgefordert. Manches, was die Ministerin diese Woche geäußert habe, sei nicht hilfreich gewesen, sagte der Parteivorsitzende dem Bayerischen Fernsehen (BR) und dem ZDF. Er bezog sich auf Haderthauers Äußerung, ihre Beteiligung an dem Unternehmen Sapor Modelltechnik sei ein "von Idealismus getragenes Engagement gewesen".

"Das war sicher nicht klug, das habe ich auch im Kabinett selbst gesagt", sagte Seehofer dem ZDF. Haderthauer solle bei der Staatsanwaltschaft versuchen, die Vorwürfe zu entkräften, und diese nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, empfahl der Parteichef erneut. Bereits in den vergangenen Tagen war der Ministerpräsident vorsichtig auf Distanz zu seiner Ministerin und Parteifreundin gegangen. Als Regierungschef sei ihm wichtig, dass möglichst bald Klarheit herrsche, denn auf Dauer beeinträchtigten die Vorwürfe gegen Haderthauer die Arbeit seines Kabinetts, sagte Seehofer dem BR. Er wolle an Haderthauer festhalten. Seehofer bekräftigte aber zugleich zwei Punkte, die zu einer anderen Einschätzung führen könnten: eine Erhärtung der Verdachtsmomente oder eklatante Widersprüche zu dem, was sie bisher mitgeteilt habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag keine Prognose abgeben wollen, wie lange die Überprüfung der Betrugsvorwürfe gegen die Staatskanzleichefin noch dauern könnte. Gegen Haderthauers Mann wird zusätzlich wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.
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