11.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Sommerinterview: Seehofer zu Knackpunkten der Koalition Maut, Merkel und AfD

von Agentur DPAProfil

In der Auseinandersetzung über die geplante Pkw-Maut setzt CSU-Chef Horst Seehofer auf Vertragstreue innerhalb der schwarz-roten Koalition. Die Pkw-Maut sei im Koalitionsvertrag vereinbart und müsse koalitionstreu umgesetzt werden, sagte er im ZDF-Sommerinterview. "Das werden wir im Herbst tun." Dazu hätten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CDU-Generalsekretär Peter Tauber und SPD-Chef Sigmar Gabriel bekannt. "Wir haben Energieminister Sigmar Gabriel sehr unterstützt bei der Energiewende", sagte Seehofer. "Da hätten wir auch viele Fragen stellen können, aber wenn man in einer Koalition ist, hat man das Vereinbarte zu unterstützen."

Seehofer hält im Gegensatz zu Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) nichts davon, die eurokritische AfD in Fernseh-Talkrunden zu meiden. "Man sollte sich nicht verstecken in den Talkshows, denn nur die inhaltliche Auseinandersetzung führt ja zu Informationen für die Bevölkerung", sagte der CSU-Vorsitzende. Wo die AfD Illusionäres verspreche, müsse man dies enttarnen. "Und dort, wo sie Ängste der Bevölkerung aufgreift, müssen wir für die Lösungen dieser Probleme sorgen." Kooperationen oder Koalitionen mit der AfD lehnte Seehofer ab. Kauder hatte nach der Europawahl eine Auseinandersetzung mit der AfD in Fernseh-Runden abgelehnt. "Mit denen möchte ich nicht in Talkshows sitzen", sagte er damals. Die Partei hatte bei der Wahl im Mai aus dem Stand heraus 7,1 Prozent der Stimmen erreicht.

"Ich halte den Rücktritt der Kanzlerin für völlig ausgeschlossen", sagte Seehofer weiter. Er sei überzeugt davon, dass Merkel als Regierungschefin weitermache. "Sie ist so stark und steht im Zenit ihres Könnens, ihrer Anerkennung, weltweit, dass es nach allen logischen Grundsätzen für mich völlig ausgeschlossen ist, dass sie ihr Amt als Bundeskanzlerin beendet", erklärte Seehofer. "Es gibt nichts auf der Welt, mit dem sie tauschen könnte oder wollte."

In Medienberichten waren Spekulationen laut geworden, Merkel wolle sich in der laufenden Wahlperiode freiwillig aus ihrem Amt zurückziehen und nicht auf eine Wahlniederlage oder parteiinterne Ablösung warten. Merkel hatte dies dementiert.

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