Sozialministerin Haderthauer trifft im Elisabethinum den früheren Amberger Pfarrer Albert Fuchs
"Tulpen aus Amsterdam"

Es ist nicht einfach, im fortgeschrittenen Alter die gewohnte Umgebung zu verlassen und sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen. Doch für viele Menschen ist der Umzug in ein Altenheim Realität.

Über die Herausforderungen vor Ort informierte sich Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) am Donnerstag im Regensburger Caritas-Alten- und Pflegeheim Elisabethinum. Monsignore Albert Fuchs, 88, schaute sich die Sozialministerin ganz genau an. "Ich will ja wissen, wie die neue bayerische Ministerpräsidentin aussieht", meinte er schmunzelnd, als Haderthauer ihn bei ihrem Rundgang durch das Haus in seinem Zimmer besuchte.

"Ich bin gerne allein"

Seit acht Jahren lebt Fuchs, früher Pfarrer unter anderem in Amberg, im Elisabethinum. Er lobt sein "sehr gutes Zimmer mit Morgensonne" und das leckere Essen. Seine Möbel hat er sich selbst mitgebracht, bis auf das Bett. "Anfangs war das Leben im Altenheim eine große Umstellung", räumte Fuchs ein. Doch heute fühle er sich hier gut aufgehoben. Man lebe in einer Gemeinschaft, könne sich aber auch zurückziehen. Das komme ihm entgegen, denn: "Ich bin ganz gerne allein." Für Bewohner, die es lebhafter mögen, werden regelmäßig Gruppenaktivitäten angeboten. Um der Sozialministerin einen Eindruck davon zu geben, trug eine Seniorengruppe das Ständchen, "Tulpen aus Amsterdam" vor.

Nicht nur zum Singen

Die Rentner treffen sich aber nicht nur zum Singen, sondern auch zum Geschichten lesen, zur Sturzprophylaxe oder zum Gedächtnistraining. Ein Besuchsprojekt besteht seit kurzem außerdem mit dem Kindergarten St. Anton. Weitgehend unabhängig leben die Bewohner im Bereich für betreutes Wohnen in bis zu 60 Quadratmeter großen Wohnungen mit Küche und Balkon.

Wenn sie doch einmal Hilfe brauchen, reicht es, einen Knopf zu drücken. Die Verbindung von "Betreutem Wohnen" und Pflegeheim ist es, die Sozialministerin Haderthauer am Elisabethinum besonders gefällt. Ein kompletter Tapetenwechsel sei nicht mehr nötig, wenn ein Bewohner innerhalb des Hauses von seiner eigenen Wohnung in ein Zimmer mit mehr Pflegeangebot zieht. "Hier ist ein fließender Übergang möglich." Keine Konkurrenz sieht Haderthauer zwischen der Betreuung zu Hause und der stationären Pflege. Natürlich sei es der Wunsch von vielen, so lange wie möglich in im eigenen Heim zu leben. Doch wenn das nicht mehr möglich sei, müsse es auch passende stationäre Angebote geben. Aufgabe der Politik sei es, dafür zu sorgen, dass es Wahlfreiheit gibt, sagte die Ministerin. Das 2001 komplett neu errichtete Elisabethinum verfügt über 12 Doppelzimmer und 60 Einzelzimmer. Unter anderem ist das Alten- und Pflegeheim mit einem Internetcafé ausgestattet. 60 Mitarbeiter sind für die Betreuung im Einsatz. Im Bistum Regensburg gibt es 51 katholische Alten- und Pflegeheime, davon 18 in Trägerschaft des Caritasverbandes. Fast 4000 Menschen verbringen in diesen Häusern den Lebensabend.
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