16.01.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

SPD prangert Sanierungsstau an Staatsstraßen an Bröckelnde Brücken

von Stefan Zaruba Kontakt Profil

In der Oberpfalz müssen 175 Brücken, für die der Freistaat verantwortlich ist, dringend instandgesetzt werden. Das geht aus einer Aufstellung hervor, die das Innenministerium auf eine Anfrage der Landtags-SPD hin erstellt hat. 147 dieser Brücken an Staatsstraßen befanden sich laut den Zahlen aus dem Dezember 2012 nur in einem "ausreichenden Zustand", bei dem die "Standsicherheit und/oder Dauerhaftigkeit" beeinträchtigt sein können. Sie müssen daher laut der Bewertung von Fachleuten "kurzfristig" instandgesetzt werden.

Der Zustand von 26 weiteren Brücken galt als "nicht ausreichend". In dieser Kategorie sind Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit bereits beeinträchtigt. Eine Instandsetzung sei "umgehend" erforderlich, ebenso wie bei zwei Brückenbauwerken der schlechtesten Kategorie "ungenügender Zustand" - mit erheblichen Beeinträchtigungen.

Von den 175 instandsetzungsbedürftigen Brücken liegen 18 im Kreis Amberg-Sulzbach, 34 im Kreis Neustadt/WN, 22 im Kreis Schwandorf, 40 im Kreis Tirschenreuth und drei in der Stadt Weiden. Das so genannte Koordinierte Erhaltungs- und Bauprogramm (KEB) beeinhaltet derzeit 18 laufende und neue Brückensanierungen bzw. -erneuerungen im Regierungsbezirk.

Neubau nach 100 Jahren

Das mit Abstand umfangreichste Einzelprojekt der KEB-Aufstellung, obendrein eines der beiden drängendsten, ist vor Weihnachten noch weitgehend abgeschlossen worden: der Neubau der Brücke der Staatsstraße 2157 über die Pfreimd bei Kaltenthal (Trausnitz/Kreis Schwandorf). Der Vorgängerbau, eine markante Bogenbrücke, war fast 100 Jahre alt. Das neue Bauwerk ist wiederum als Bogenbrücke ausgestaltet und kostet inklusive Straßenbauarbeiten etwa 3,6 Millionen Euro.

Für Instandsetzungen an weiteren Brücken sind zwischen 30 000 und 400 000 Euro angesetzt. Die dicksten Brocken: 400 000 Euro für die Instandsetzung der Brücke der Staatsstraße 2162 über den Flembach in Michelfeld (Auerbach/Kreis Amberg-Sulzbach); 350 000 Euro für die Erneuerung der Kösseinebrücke der Staatsstraße 2121 östlich von Waldershof im Kreis Tirschenreuth; 300 000 Euro für die Instandsetzung einer Brücke der Staatsstraße 2151 über die Naab in Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf); 280 000 für die Instandsetzung der Brücke der Staatsstraße 2403 über den Goldbrunnenbach bei Ligenz (Auerbach). Bayernweit benötigen laut den Zahlen 1339 Brücken eine Sanierung. Davon würden bis Ende nächsten Jahres 176 instandgesetzt oder erneuert, rechnet die SPD vor und prangert einen Sanierungsstau an. Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher schreibt in einer Mitteilung, mittelfristig müsse man von Investitionskosten von mindestens 800 Millionen Euro ausgehen, bis Ende 2013 seien jedoch nur 34,5 Millionen Euro Reparaturmittel vorgesehen.

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