12.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Spielabsage wegen Ameisen - Kirchenthumbacher Verein vermutet Party-Ausfälle Die Kicker und das große Krabbeln

Mit Ameisen soll der Fußballplatz des SC Eschenbach geplagt sein. Ein Gifteinsatz führte zu Diskussionen. Bild: do
von Redaktion OnetzProfil

Die Tierchen sind eigentlich winzig klein, der Ärger, den sie verursachen, aber umso größer: Der SC Eschenbach (SCE) hat wegen Ameisenbefalls seines Fußballplatzes am Wochenende kurzfristig zwei Heimspiele abgesagt und damit für Unmut bei einem Nachbarverein gesorgt.

"Dass die kleine Ameise schuld sein soll, ist nach der ganzen Vorgeschichte äußerst zweifelhaft", meint Dominik Fraunholz, Spartenleiter beim SC Kirchenthumbach. Seine These: Nicht die Insekten, sondern Spielermangel sei die wahre Ursache für die Absagen.

Dabei hatten die Fußballfans in beiden Lagern den Derbys in der Kreisliga Nord und A-Klasse West wie jedes Jahr entgegen gefiebert. Doch aus dem Vergnügen wurde nichts. Am Sonntagvormittag informierte der Verein den Kreisspielleiter Albert Kellner (Vilseck) von einem Gifteinsatz gegen die Plagegeister. "Wir wollten eine Gesundheitsgefährdung der Spieler ausschließen", sagt Thomas Schraml vom SCE.

"Auf Vertrauen aufgebaut"

Eine Begründung, die Kellner grundsätzlich nicht in Frage stellen will: "Ich muss glauben, was mir die Vereine sagen. Das Ganze ist auf Vertrauen aufgebaut." Für mögliche Gesundheitsrisiken wegen chemischer Gegenmittel wolle er zudem nicht den Kopf hinhalten: "Was ist, wenn ein Asthmatiker plötzlich Probleme bekommt?" Kurzzeitig die Luft weggeblieben ist allerdings den Verantwortlichen in Kirchenthumbach. Denn die trauen dem Braten, respektive den Ameisen, nicht über den Weg. Fraunholz berichtet, dass die Eschenbacher bereits seit Samstag, 2. August, auf eine Verlegung der Spiele gedrängt hatten. Wohl deshalb, weil viele Spieler des Gegners das "SMS"-Festival von Donnerstag bis Sonntag in Thüringen besucht hätten.

Dem Verlegungswunsch habe man "aufgrund der Kürze der Zeit und den bereits abgeschlossenen Urlaubsplanungen unserer Spieler" nicht entsprechen können, betont Fraunholz. Letztlich habe man sich auf eine spätere Anstoßzeit, nämlich 16 Uhr, geeinigt. Von Ameisen war dem Vernehmen nach keine Rede - vielmehr fühlten sich die "Dumbacher" erpresst. Vorsitzender Gerhard Linder sei damit gedroht worden, "dass das gute Verhältnis zu Ende sei, wenn man einer Verlegung nicht zustimme". Von Drohungen will SCE-Vorstand Matthias Haberberger nichts wissen. Im Gegenteil. "Für uns hat der SC Kirchenthumbach den schwarzen Peter", sagt Haberberger. "Wir finden es nicht in Ordnung, wenn man der Bitte eines Nachbarvereins nicht entspricht. Auf dem flachen Land sollte man schon zusammenhalten."

Den Ameisenbefall in Frage zu stellen verbittet sich Haberberger. Nach einer aufwendigen Platzsanierung habe man seit Mitte Juli das Problem mit gelben Flecken auf dem A-Platz. "Das kann ich mit einer SMS unseres Platzwartes belegen." Das Aufbringen des Giftes sei unabdingbar gewesen. Lediglich der Zeitpunkt sei "ein bisschen unglücklich" gewählt. "Die Aktion hätte man vielleicht auch in 14 Tagen machen können." So gut wie nicht betroffen sei der B-Platz.

Regen wäscht Gift weg

Immerhin: Der Regen der vergangenen Tage hat das Ameisengift weggewaschen, der Trainings- und Spielbetrieb kann wie gewohnt weitergehen. Beide Kontrahenten haben sich mittlerweile auf einen Nachholtermin verständigt. Die Kreisliga-Partie wird jetzt am 12. September, 18.30 Uhr, ausgetragen. Und was machen die Ameisen? "Wir hatten einen Ungezieferexperten da und haben Tag und Nacht die Bewässerung laufen", informiert Thomas Schraml. "Es sind auf jeden Fall schon weniger unterwegs."

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