19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Stadt muss Abschnitt zwischen Rehbühl und Waldfriedhof sperren Dieser Weg ist kein Weg

Jedermann glaubte, einen öffentlichen Weg zu benutzten. Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass dieser Abschnitt in der Verbindung von der Straße Am Rehmühlbach zur Autobahn und weiter zum Waldfriedhof absolut privat ist. Die "Privatstraße" ist seit Donnerstag gesperrt. Benützt wird sie trotzdem. Bild: Götz
von Redaktion OnetzProfil

Weiden. (wd) An einen April-Scherz im August oder an ein "Hirschauer Stückl" glaubten die Anwohner zunächst. Doch die Sperrschilder auf dem befestigten Weg, der von der Straße Am Rehmühlbach unter der Autobahn hindurch bis zum Waldfriedhof führt, sind auch vier Tage später nicht weggeräumt. Unverständnis und auch Ärger wachsen bei den Bürgern im Rehbühl-Gebiet.

"Ich hab' die Schilder am Samstag gesehen und seitdem bin ich sauer", meint eine Anwohnerin. Und tatsächlich: Ein etwa 70 Meter langes Teilstück des Weges (noch in Sichtweite des Container-Standplatzes) ist von beiden Seiten gesperrt. Davor und danach blieb aber alles beim Alten. Dennoch: Die Läufer, Nordic-Walker, Kinderwagen-Schieber und Hunde-Gassi-Geher müssen sich damit abfinden, dass die beliebte und belebte Strecke hinaus in die Natur für sie unterbrochen ist.

Rundweg nun Sackgasse

Aber nicht nur für sie: Die Sperrung der vertrauten Trasse bedeutet für die Besitzer der gut ein Dutzend Schrebergärten ebenfalls einen schmerzhaften Einschnitt. Konnten sie bisher ganz gemütlich eine Art Rundweg nutzen, so liegen ihre mit viel Liebe gehegten und gepflegten grünen Oasen nun in einer Sackgasse. Vor den Hecken und Zäunen verdoppelt sich Verkehrsaufkommen, denn die Fahrzeuge, die in die Laubenanlage hineinfahren, müssen nun wieder auf demselben Weg herausrollen. Das Ventil (für viele auch Abkürzung) fehlt.

Eigentümerin überrascht

Warum die Sperrung? "Dieser Weg ist kein Weg", verlautet dazu aus dem Tiefbauamt der Stadt Weiden. Die Mitarbeiter stellten auf "dringenden Wunsch" der Grundstückseigentümerin die Schilder auf. Man solle sich im Rehbühl eben langsam daran gewöhnen, dass der Weg in diesem Abschnitt nicht mehr zur Verfügung stehe. Während der ursprüngliche Eigentümer offenbar nichts dagegen hatte, dass die kleine Straße über sein Areal geführt wurde, beharrt die Erbin auf ihr Besitzrecht.

Von etwa eineinhalb Jahren erbte die nicht in Weiden lebende Frau die Fläche. Sie musste bei der Vermessung recht überrascht feststellen, dass der Weg, der ihr Grundstück durchschneidet, nicht öffentlich ist, sondern ihr selbst gehört.

Stellvertretender Tiefbauamtsleiter Christian Pirner erklärt, dass die Motive der Eigentümerin nachvollziehbar seien. "Sie will ihr Grundstück nach ihrem Willen nutzen. Und das darf sie auch." Dabei sei es gleichgültig, ob sie einen Obstgarten, oder eine Blumenwiese anlegen wolle.

Dieser Weg sei, obwohl befestigt, nie öffentlich gewidmet gewesen. Die verkehrliche Erschließung des gesamten Areals ist aber nach wie vor gesichert, betont die Bauverwaltung.

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