09.07.2015 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Steinschlag tötet Salzburger Höhlenforscherin - Vergangenes Jahr Kollegen gerettet Tragisches Schicksal

Retter bergen an einer Höhle am Untersberg in der Nähe von Salzburg die 45-jährige Forscherin. Es dauerte mehr als vier Stunden, um sie zu befreien. In dieser Zeit starb sie. Bild: Markus Leitner/BRK BGL/dpa
von Agentur DPAProfil

Am Salzburger Untersberg ist eine österreichische Höhlenforscherin tödlich verunglückt, die dort vor einem Jahr an der spektakulären Rettung des deutschen Wissenschaftlers Johann Westhauser beteiligt war. Die 45-jährige Salzburgerin erlag am Dienstagabend in einer noch nicht erforschten Höhle ihren schweren Verletzungen, nachdem Steine auf sie gefallen waren.

Sie war am Nachmittag mit drei Begleitern eingestiegen und wurde wenig später in etwa 70 Meter Tiefe von mindestens einem schweren Stein getroffen. Während zwei Männer bei der Verunglückten blieben, stieg ein weiterer auf und alarmierte die Rettungskräfte. Zwei mit einem Hubschrauber herbeigeeilte Notärzte erreichten die Frau, konnten ihr jedoch nicht mehr helfen. "Die Höhlenforscherin war bewusstlos, ihr Zustand sehr schlecht", sagte Maria Riedler von der Bergrettung der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Gegen 21 Uhr wurde die Frau zurück an die Oberfläche gebracht, da war sie jedoch bereits gestorben.

Bei ihren Kollegen und Mitarbeitern der Höhlenrettung herrschte tiefe Betroffenheit. Viele kannten die Forscherin persönlich, die ein Kind im Teenageralter hinterlässt. Insgesamt waren an dem Einsatz mehr als 50 Berg- und Höhlenretter, Angehörige der Alpinpolizei und des Roten Kreuzes und Hubschrauber beteiligt.

Im vergangenen Jahr hatten zwei Rettungsaktionen am Untersberg und im Salzburger Tennengebirge für große Aufmerksamkeit gesorgt. Im Juni war im bayerischen Teil des Untersbergs der verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser gerettet worden. An dem zwölftägigen Hilfseinsatz in der Riesending-Schachthöhle waren mehr als 700 Helfer beteiligt, unter ihnen die jetzt tödlich verunglückte Salzburgerin. Außerdem konnte zwei Tage nach einem Absturz in der "Jack Daniel's Höhle" im Tennengebirge im August ein Forscher aus Polen gerettet werden.

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