Steuer-CD toppt angeblich alle Vorgänger und soll eine halbe Milliarde Euro einspielen
Razzia bei 200 Verdächtigen

Mit rund 200 Hausdurchsuchungen in ganz Deutschland sind Fahnder am Dienstag gegen mutmaßliche Steuerbetrüger vorgegangen.

Auslöser waren Daten auf einer neuen Steuer-CD, die vom Land Rheinland-Pfalz gekauft wurde. Sie toppt anscheinend alle Vorgänger. Man könne davon ausgehen, dass sein Land den bislang werthaltigsten Datenträger dieser Art erworben habe, sagte der Mainzer Finanzminister Carsten Kühl (SPD).

Rheinland-Pfalz habe die CD mit rund 40 000 Datensätzen für 4,4 Millionen Euro gekauft. In Zukunft werde es "an der einen oder anderen Stelle" noch weitere Razzien geben. Erwartet würden Gesamteinnahmen von einer halben Milliarde Euro. Der Datenträger liste Informationen von mehreren tausend Bürgern in Deutschland auf. In den vergangenen Jahren hatte vor allem Nordrhein-Westfalen Steuerdaten-CDs gekauft. Bei den Hausdurchsuchungen am Dienstag waren nach Angaben der federführenden Staatsanwaltschaft Koblenz bundesweit etwa 400 Steuerfahnder im Einsatz. Welche Länder im Einzelnen betroffen waren, teilte die Behörde nicht mit.

Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung leitete sie Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Schweizer Banken ein. Dabei handele es sich um die Credit Suisse, die mit ihr inzwischen fusionierte Clariden Leu und die Neue Aargauer Bank. Zur Zahl dieser Verdächtigen machte die Staatsanwaltschaft Koblenz keine Angaben.
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