25.06.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Streit um Finanzpolitik: Terminabsage an Wiener Kollegen Eichel platzte der Kragen

von Agentur DPAProfil

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat ungewöhnlich scharf auf die anhaltende Kritik seines österreichischen Amtskollegen Karl-Heinz Grasser an der deutschen Stabilitätspolitik reagiert.

Er ließ ein Treffen mit Grasser und dem Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz an diesem Freitag in St. Gallen platzen und verabredete sich mit Merz einen Tag früher - ohne Grasser.

Wie ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Donnerstag in Berlin mitteilte, hat es "Terminkollisionen" gegeben. "An weiteren Spekulationen beteiligen wir uns nicht", fügte der Sprecher hinzu. Dem Vernehmen ist man im Berliner Finanzministerium "wenig erfreut" über die fortgesetzte Kritik Grassers an der deutschen Stabilitätspolitik. Eichel wolle daher "seinen Terminkalender nicht an den Terminen von Herrn Grasser ausrichten", hieß es.

Grasser hatte immer wieder das deutsche und das französische Defizit kritisiert. Unter anderem plädierte er dafür, Staaten, die den Stabilitätspakt andauernd brechen, das Stimmrecht in der EU zu entziehen. "Der Stabilitätspakt hat seine Zukunft hinter sich", zitierten "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Süddeutsche Zeitung" Grasser Ende Mai bei einem Auftritt vor einem kleinen Kreis von Wirtschaftsführern.

Grasser plädiert nach Zeitungsberichten für einen neuen Pakt zur Selbstdiziplinierung.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.