26.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Studie ermittelt Kaufkraftarmut in Deutschland: Deutliches Gefälle zwischen dem ländlichen Raum ... Oberpfälzer bekommen mehr fürs Geld

von Frank Stüdemann Kontakt Profil

In der Oberpfalz bekommt man für seinen Euro mehr als in allen Großstädten Deutschlands. Was wie eine Binsenweisheit klingt, hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) jetzt in einer Studie mit Zahlen untermauert.

Die Forscher haben deutschlandweit das durchschnittliche Einkommen der Bürger in Relation zum jeweiligen regionalen Niveau der Lebenshaltungskosten gesetzt. Das Ergebnis: Statt des zu vermutenden West-Ost-Gefälles zeigt die Studie ein deutliches Land-Stadt-Gefälle.

Die sogenannte Kaufkraftarmut betrifft Stadtbewohner demnach wesentlich stärker als Landbewohner. Spitzenreiter im negativen Sinne ist laut der IW-Daten die Stadt Köln mit einer Kaufkraftarmut von 26,4 Prozent, gefolgt von Dortmund und Teilen von Berlin. Im untersten Bereich der Skala bei Werten zwischen 0 und 10 Prozent Kaufkraftarmut findet sich die Region Weiden/Amberg/Tirschenreuth/Schwandorf mit den umgebenden Landkreisen: Hier weist die Studie nur eine relative Armut von 9,5 Prozent aus. Am Ende der Liste stehen Kreise wie Dillingen a. d. Donau, Aichach-Friedberg und Augsburg (8,3 Prozent).

Gemessen am mittleren Einkommen gilt laut Statistik als arm, wer weniger als 871 Euro monatlich verdient. In der regulären Armutsquote, also gemessen an dieser Einkommensarmut, ergibt sich laut IW-Studie weiterhin eine klare Ost-West-Spaltung - der Osten schneidet deutlich schlechter ab als der Westen.

Bayern liegt im Armutsvergleich des Instituts auf Platz zwei hinter Baden-Württemberg. Wie aus der Studie hervorgeht, sind gemessen am nationalen Schwellenwert 11,4 Prozent der Menschen im Freistaat von Einkommensarmut betroffen. Schlusslicht ist Bremen mit 23 Prozent.

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