18.10.2007 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Studie zu "Gründungsaktivitäten" von Jungunternehmern: Region bundesweit unter "Top Ten" Oberpfalz punktet mit Pioniergeist

Endlich einmal eine Regionalstudie, die der nördlichen Oberpfalz eine Spitzenstellung bescheinigt: Bei einer Untersuchung der Leibniz Universität Hannover stellte sich heraus, dass es in der Region überdurchschnittlich viele Unternehmensgründer gibt. Im "Gründerranking" belegt die Planungsregion Oberpfalz-Nord bundesweit den siebten Platz.

Das Ranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Die Oberpfalz steht auf Platz sieben, noch vor dem Rhein-Main-Gebiet oder dem Großraum Köln. (Screenshot: Stüdemann)
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Das ist schon erstaunlich", sagt der Weidener Geschäftsstellenleiter der Industrie- und Handelskammer Regensburg, Wolfgang Eck. Die Gründerzentren in der Region leisteten gute Arbeit. Und auch von der Fachhochschule Amberg-Weiden gebe es mittlerweile diverse erfolgreiche Ausgründungen. Eck: "Es tut sich was in unserer Region."

Am Mittwoch stellte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Berlin das Ranking vor, das die "Gründungsaktivität" in den 97 Regionen Deutschlands vergleicht. Dabei schlägt die Planungsregion Oberpfalz-Nord mit ihrem siebten Platz die Boomtown Regensburg (Platz 83) um Längen. Aus bayerischer Sicht kann nur Augsburg (Platz sechs) der nördlichen Oberpfalz das Wasser reichen. Ingolstadt folgt auf Platz acht. Danach kommen Mittelfranken (15) und München (16).

Drei Hauptindikatoren

Für das Ranking kreierten die Forscher aus Hannover drei Hauptindikatoren. Die Anzahl der Neugründungen maßen sie am Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die entweder eine Gründung planen oder in den letzten dreieinhalb Jahren bereits gegründet haben. Gründungsqualität soll den Anteil der Gründungen veranschaulichen, die wegen der Nutzung einer Marktchance entstanden sind (und nicht aus einer wirtschaftlichen Notlage). Und mit dem Indikator Gründungsdynamik setzten die Wissenschaftler alle jungen Gründungen in Relation zu den bereits etablierten Unternehmen in der Region.

"Zusammen ergibt das ein differenziertes Bild über die Gründungsaktivitäten jeder Region", erklärte Professor Rolf Sternberg vom Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Uni Hannover. Auf 100 Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren kommen in der nördlichen Oberpfalz 6,9 Unternehmensgründungen. Nur Augsburg steht mit einem Wert von 8,1 besser da. Die schlechtesten Zahlen bei diesem Vergleich weist in Bayern die Region Donau-Iller (2,6) auf. Bundesweites Schlusslicht ist beim Verhältnis Neugründungen pro 100 Einwohner der Raum Altmark (Sachsen-Anhalt) mit einem Wert von 0,4.

Gründerzentren boomen

"Als Oberpfälzerin freut mich das sehr gute Abschneiden der nördlichen Oberpfalz natürlich besonders", erklärte Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU). Es zeige, dass die Menschen dort mit Optimismus in die Zukunft sehen und voller Engagement ihr wirtschaftliches Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zur hohen Dynamik trügen auch die Gründerzentren mit ihrem Service-Angebot bei, betonte sie.

Die vier kommunalen Gründerzentren in der nördlichen Oberpfalz warten tatsächlich mit hervorragenden Zahlen auf. Die Einrichtungen in Grafenwöhr, Maxhütte-Haidhof, Sulzbach-Rosenberg und Waldsassen sind bis zu 95 Prozent ausgelastet.

Das ganze Ranking im Internet: www.insm-gruenderranking.de

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