Syrisches Regime droht Israel nach Bombardement mit Vergeltung
Angriff in Damaskus

Der Syrienkonflikt weitet sich gefährlich aus. Israelische Kampfflugzeuge griffen am Sonntag ein militärisches Entwicklungszentrum in der syrischen Hauptstadt Damaskus an. Ziel des Luftschlags soll eine Lieferung iranischer Raketen an die libanesische Hisbollah gewesen sein. Die syrische Seite sprach von einer "Kriegserklärung" und drohte mit Vergeltung.

Israel rüstete sich für mögliche Gegenangriffe und verlegte Flugabwehrraketen an seine Nordgrenze, äußerte sich zunächst aber nicht dazu. Syrien und Israel befinden sich offiziell im Kriegszustand. Allerdings war es unter dem Assad-Regime an der Grenze jahrelang ruhig geblieben. Den Angaben zufolge trafen am frühen Morgen Raketen eine Forschungseinrichtung in Dschamraja im Nordosten der Hauptstadt und zwei weitere militärische Ziele in der Umgebung. Laut Radio Israel waren iranische Raketen des Typs Fateh-110 Ziel der Attacke. Sie sollten an die Hisbollah geliefert werden. Diese Raketen haben eine Reichweite von etwa 300 Kilometern. Das Armeezentrum war bereits bei einem Angriff Ende Januar das Ziel der israelischen Luftwaffe gewesen. Auch damals soll es um einen Konvoi mit Waffen an die Hisbollah gegangen sein. Zeugen in der Hauptstadt beschrieben die jüngsten Detonationen als besonders heftig. Der syrische Vize-Außenminister Faisal al-Makdad bezeichnete die Luftschläge als "Kriegserklärung". Dem US-Sender CNN sagte er, Syrien werde zu gegebener Zeit Vergeltung üben. Das syrische Außenministerium schickte laut staatlicher Nachrichtenagentur Sana ein Schreiben an den UN-Sicherheitsrat und an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Der Luftangriff vom Sonntag war der Zweite binnen 48 Stunden. Israel will verhindern, dass chemische Kampfstoffe und moderne Raketen in die Hände des Feindes Hisbollah fallen. Zuletzt verschärfte Israel Warnungen an Damaskus, mit solchen Lieferungen würde eine "rote Linie" überschritten. Notfalls müsse die israelische Armee in Syrien eingreifen, um dies zu verhindern.
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