25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Teuer ist die Stadt laut Bauhof aber nicht Weidener Müllgebühren sind höher als im Landkreis

Marcus Drechsler (Mitte) und 14 weitere Müllwerker kümmern sich in der Stadt darum, dass der Abfall von den Bürgern abgeholt wird. Die Kosten dafür scheinen manchen Weidenern zu hoch. Das sind sie aber nicht, sagen Bauhof-Chef Manfred Meßner (links) und Martin Renner vom Baudezernat. Bild: Steinbacher
von Redaktion OnetzProfil

Weiden. (fku) Das stinkt doch, oder? Nur 73,60 Euro zahlen die Landkreis-Bürger für die 80-Liter-Mülltonne pro Jahr. So hieß es im Neustädter Umweltausschuss (wir berichteten). In Amberg sind es gar nur 56 Euro. In Weiden dagegen sind bis zu 168 Euro fällig. Nur verständlich, dass sich Leser darüber beklagen. Wirtschaften die Weidener also schlecht? Nein, sagt Bauhof-Chef Manfred Meßner.

Die Gebühren in Stadt und Land „lassen sich nicht vergleichen“. Mehr noch: Die Abfall-Kosten seien in Weiden sogar relativ gering. Das erstaunt. Und erschließt sich erst, wenn man sich genauer durch die Kostenstruktur wühlt.

Abgeholt vom Grundstück

Das beginnt mit den Leistungen. Anders als die Amberger oder Landkreisbürger bekommen die meisten Weidener beim Müll nämlich einen Vollservice. Heißt: Die städtischen Mitarbeiter holen die Tonnen vom Grundstück ab und bringen sie wieder zurück. Das ist auch so gewünscht: Nur zehn Prozent der Weidener entscheiden sich gegen diesen Service und bringen ihre Tonnen selbst an die Straße. Durch diese Eigenleistung sparen sie dann aber auch Gebühren. 47 Euro weniger kostet sie die 80-Liter-Tonne im Jahr.

Weiterer Unterschied zum Kreis: In Weiden gibt es eine Abholung von Biomüll. Wer dieses Zusatzangebot in Anspruch nimmt, zahlt natürlich auch zusätzlich: bei der 80-Liter-Tonne (ohne Vollservice) 23 Euro.

Zieht man solche Extraleistungen ab, ergibt sich in Weiden laut Meßner plötzlich ein anderes Bild: Wer auf Vollservice und Biomüll verzichtet (wie das alle Landkreisbürger machen müssen), zahlt für die 80 Liter nur noch 98 Euro – deutlich weniger als die 168 Euro.

Trotzdem bleibt der Betrag natürlich immer noch relativ hoch. Aber auch das lässt sich erklären, sagt Martin Renner, zuständig für die Kalkulation der Gebühren. So enthalte der Betrag in Weiden unter anderem auch die Kosten für das hiesige „Bringsystem“ (Wertstoffhöfe, Containerstandplätze). In den Gebühren im Kreis sei das teils nicht enthalten – diese Kosten würden anderweitig abgerechnet. Hinzu kämen weitere Leistungen wie das Abholen von Christbäumen (im Kreis übernehmen das oft Vereine oder Parteien), Grüngutcontainer und, und, und. All das werde in Weiden über die Müllgebühren abgerechnet. Anderswo würden die einzelnen Kosten oft mit anderen Gebühren verrechnet oder als Abgabe fällig. Kurz: Vergleichen ließen sich Gebühren einfach nicht.

Gesunkene Gebühren

Aufschlussreicher sei da eine andere Kennzahl: die „abfallwirtschaftlichen Gesamtkosten“. Also die Kosten, die pro Bürger und Jahr für die Entsorgung sämtlichen Mülls anfallen – egal über welche Gebühren sie jetzt abzurechnen sind. In Weiden liegen sie bei 70 Euro. Bei einem Vergleich mit 14 anderen Kommunen sei die Max-Reger-Stadt damit im vordersten Drittel gelandet – die Kosten seien hier also recht niedrig.

Ebenfalls positiv sei schließlich die Entwicklung der Gebühren: Die seien so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr, nachdem sie zu Jahresbeginn um durchschnittlich 8 bis 10 Prozent gesunken sind. Grund dafür ist laut Meßner unter anderem der Abschluss der teuren Sanierung der Deponie Weiden-West. Aber auch eine bessere technische Ausstattung oder die Optimierung der Touren-Pläne der Müllwagen. Und geringere Kosten bedeuten geringere Gebühren. Denn Gewinn machen darf die Stadt mit der Abfallbeseitigung und den Gebühren nicht. Und mögen sie scheinbar auch noch so hoch sein.

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