Textilhersteller fürchten um Aufträge aus dem Westen
Bangladesch: 511 Tote

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist auf mehr als 500 gestiegen. Bis Freitag sind nach offiziellen Angaben 511 Leichen aus den Trümmern des einst achtstöckigen Gebäudes mit Textilfabriken im Industriegebiet Savar in einem Vorort von Dhaka geborgen worden.

Die Kleidungsfabrikanten des Landes fürchten nun, dass sich westlichen Auftraggeber aus Bangladesch verabschieden könnten, wie Atiqul Islam, Chef des Verbandes der Textilproduzenten und -exporteure sagte. Deswegen müssten alle 3500 Mitglieder des Verbandes ihre Baupläne zur Prüfung vorlegen.

Die Textilfabrikanten forderten die internationalen Auftraggeber auf, in der Stunde der Not lieber zusammenzuarbeiten, als Bangladesch den Rücken zuzukehren, sagte Islam weiter. In einer kurzfristig einberufenen Generalversammlung habe der Verband beschlossen, dass eine Kommission die Fabriken aller Mitglieder überprüfen werde: "Wenn die Inhaber die nötigen Korrekturen nicht vornehmen, müssen sie mit Schließung rechnen." Die Bekleidungsindustrie ist die wichtigste des Landes und macht fast 80 Prozent der Exporteinnahmen aus - die meisten Ausfuhren gehen nach Europa.

Nach Berichten des "Daily Star" aus Bangladesch gab der Besitzer Sohel Rana, bei der Polizei zu, die oberen Etagen des achtstöckigen Hauses ohne Genehmigung errichtet zu haben. Auch sei ein neuntes Stockwerk gerade im Bau gewesen.
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