17.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Trimpls Rückkehr kommt direkt vor Bischofskonferenz Signal der Versöhnung

von Uli Piehler Kontakt Profil

Fünf Tage vor der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofkonferenz im hessischen Fulda hat der Regensburger Diözesanbischof Gerhard Ludwig die Suspension des "Rebellen-Pfarrers" von Oberaltaich, Hans Trimpl, zurückgenommen. Die Einigung kam überraschend, zu den Gründen gibt es ganz unterschiedliche Darstellungen.

Trimpl habe dem Bischof in einem Schreiben versichert, dass er "unter Berufung auf sein Weiheversprechen und auf Grund der sakramentalen Struktur der Kirche die Einheit mit dem Bischof und dem Presbyterium von Regensburg" bejaht, heißt es in einer Erklärung des Bischöflichen Ordinariats. Das ist so neu nicht. Der ehemalige Ortspfarrer von Oberaltaich hat dies auch während der heißen Konfliktphase immer wieder betont.

Aufgrund dieser "glaubwürdigen Bekundung" habe Bischof Müller dem Ersuchen um Aufhebung der kirchenrechtlichen Maßnahmen jetzt - fast ein Jahr nach dem öffentlichen Schlagabtausch - entsprochen. Für den kirchenkritischen Aktionskreis Regensburg (AKR) liegen die Ursachen anders. "Die Bischöfliche Behörde konnte dem innerkirchlichen Druck nicht mehr standhalten", erklärt AKR-Sprecher Alfred Heuberger. Bischof Müller habe sich aus der Angriffszone seiner Kritiker zurückziehen müssen.

Wie auch immer: Der streitbare Oberhirte sendet mit der Rehabilitierung Pfarrer Trimpls auch ein versöhnliches Signal an die Deutsche Bischofskonferenz, die nächste Woche in Fulda tagt. Der Regensburger Bischof wird dort seinen 26 Mitbrüdern erklären müssen, wieso er die Mitsprache der Laien begrenzen will. Müller war im Frühjahr mit einer eigenmächtigen Änderung der Satzung für die Pfarrgemeinderäte des Bistums vorgeprescht.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hat die Arbeit der Laiengremien vor wenigen Tagen ausdrücklich gelobt. Die nach dem Ende der Würzburger Synode 1975 in Deutschland entstandenen Strukturen will Hofmann nicht in Frage stellen: "Was in diesen 30 Jahren gewachsen ist, ist ein großer Wert an sich." Auch das ist ein Signal an die Bischofskonferenz.

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