29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Trinkwasser-Engpass durch extreme Trockenheit in Mittelamerika und China - Schwerwiegende Folgen Gesichter einer Dürre

Von Mittelamerika bis China: Weltweit haben Dürren große Landstriche ausgetrocknet. In Chinas Nordosten etwa ist die Trinkwasserversorgung für Hunderttausende gefährdet. Allein in der Provinz um Peking haben laut Behörden mehr als 100 000 Menschen nur noch eingeschränkten Zugang zu Trinkwasser, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Überreste einer Kuh zeigen die Ausmaße der Trockenheit in der Gegend von Nueva Leon in Mexiko. Dort herrscht die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Wegen der schwersten Dürre seit Jahrzehnten in Mittelamerika bat Guatemalas Präsident Otto Pérez kürzlich die internationale Gemeinschaft um Hilfe.

Der Dürre-Experte bei der UN-Ernährungsorganisation FAO in Rom, Oscar Rojas, betont, Dürren vorauszusagen, bleibe schwierig. Nach wochenlanger Trockenheit rief Pérez am Montag den Notstand in 16 der 22 Departments von Guatemala aus.

"Angesichts dieses Desasters müssen wir etwas tun. 1,2 Millionen Guatemalteken haben keine Lebensmittel für die kommenden Monate", sagte der Staatschef. Im sogenannten Trockengürtel im Zentrum und Westen Mittelamerikas hat es lange nicht geregnet. Die Schäden durch Ernteausfälle und verendetes Vieh gehen in die Millionen.

Sehr langsames Umdenken

Auch große Gebiete in Chinas Nordosten sind ausgetrocknet. Die Provinz Liaoning verzeichnet die schlimmste Trockenheit seit 1951. Ernten wurden vernichtet und Tausende Tiere könnten verdursten. Feng Hu von der Nichtregierungsorganisation China Water Risk macht für die Lage unter anderem eine wenig nachhaltige Landwirtschaft verantwortlich. "Das Problem wird immer schlimmer. In Zukunft wird es noch intensivere Trockenheit geben", warnte er. Der Wasserhaushalt in Peking und Hebei sei mit Jordanien vergleichbar. Trotzdem verstünden viele Menschen in der Region erst sehr langsam, wie kostbar Wasser sei.

Das Jahr 2014 schätzt Rojas auf die gesamte Welt betrachtet eigentlich als wenig dürr ein. Das internationale Institut für Klimaforschung IRI sagt für die Zeit von September bis November mögliche Dürren in Indonesien, Brasilien und Australien voraus. Rojas steht diesen Prognosen aber kritisch gegenüber: Die Wahrscheinlichkeit liege maximal bei 50 Prozent.

Unberechenbar macht die Voraussagen laut Rojas das Klimaphänomen "El Niño". "Es sorgt dafür, dass wir in Peru Überflutungen haben und zur selben Zeit in Venezuela eine Dürre. Man kann nie vorher wissen, wo es sich wann wie auswirkt. Es beeinflusst ungefähr drei Viertel der Welt und ist azyklisch."

In einigen Ländern Mittelamerikas wie Nicaragua und Venezuela vernichte eine Dürre zurzeit in weiten Gebieten 25 bis 40 Prozent der Ernte, erklärte Rojas. Teilweise sogar über 80 Prozent. Vor allem für Nicaragua seien die Folgen schwerwiegend: "In dieser Region sind überwiegend kleine Farmer aktiv, wenn sie ihre Lebensgrundlage verlieren, gefährdet das die Sicherheit des Landes."

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