09.02.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Überfällige Uni-Instandsetzung läuft an: In diesem Jahr gibt es 20 von 350 Millionen Euro Wettlauf gegen den Verfall

Vom Studentenhaus brechen Fassadenteile herunter, im Audimax tropft Regenwasser von der Decke, ganze Gebäudetrakte sind wegen Unfallgefahr gesperrt: 40 Jahre nach Gründung der Universität Regensburg bewilligt der Freistaat Bayern erstmals einen zweistelligen Millionenbetrag, um längst überfällige Sanierungsarbeiten zu vergeben.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Zwischen 15 und 20 Millionen Euro können nach Auskunft von Uni- Kanzler Christian Blomeyer in diesem Jahr verbaut werden. Eine erste Anschubfinanzierung, denn insgesamt hat sich der Sanierungsbedarf in den vergangenen Jahrzehnten auf geschätzte 350 Millionen Euro angehäuft. Gab es bisher nur punktuelle Ausbesserungen, stehen heuer erstmals zukunftsgerichtete Projekte an.

Das Sanierungsprogramm beginnt bereits in der nächsten Woche mit dem Austausch veralteter Aufzüge. Im März startet die Generalsanierung der Mensa. Sie soll im Februar 2009 abgeschlossen sein und allein schon rund 19 Millionen Euro verschlingen. Geplant ist auch die Sanierung des Tunnels über der Albertus-Magnus-Straße. Kostenpunkt: eine Million Euro. Größeren technischen Aufwand erfordert die für Juni geplante und auf rund 800 000 Euro veranschlagte Sanierung der Audimax-Eindeckung. Vor dem Sammelgebäude müssen die Baufirmen dazu einen riesigen Kran aufstellen, der die Betonplatten vom Dach des Saales hieven soll. Neben Mensa und Audimax bekommt im Herbst auch das Studentenhaus eine neue Überdachung (600 000 Euro).

Magisches Datum

Ab August läuft sukzessive die Erneuerung der Flachdächer im Gebäudekomplex Chemie/Pharmazie an (4,5 Millionen Euro). Diese Arbeiten sollen sich bis Oktober 2010 hinziehen - nahe an einem magischen Datum für alle Hochschulen in Bayern. Im Jahr 2011 drängt der doppelte Abiturjahrgang an die Unis. Die Uni Regensburg mit ihren etwa 17 200 Studenten erwartet dann 1700 Studienanfänger. Ausgelegt war der Campus ursprünglich einmal für 11 600 Studenten.

Für das notorische Platzproblem haben Universitätsleitung und Staatliches Bauamt zumindest Linderung versprochen. Auf der Wiese nördlich der Fakultät Wirtschaft und Recht laufen im Sommer dieses Jahres die Arbeiten für den Bau eines neuen, 4000 Quadratmeter großen Hörsaalgebäudes an. Die 15 Millionen Euro, die das neue Haus kostet, stammen nicht aus dem Sanierungsetat. Bereits jetzt steht fest, dass die zusätzlichen Räume für die Bewältigung des "Studentenberges" 2011 nicht reichen. "Wir haben angefragt, ob wir nicht genutzte Räumlichkeiten der Kaserne und des Hauptzollamtes nutzen können", sagt Blomeyer. Georg Hoffmann vom Staatlichen Bauamt macht Studenten und Lehrpersonal vage Hoffnung, dass in den folgenden Jahren weiter Geld für die Instandsetzung der Campus-Gebäude fließt. "Wir planen dann mit jährlich etwas höheren Beträgen", erklärt er. Die komplette Sanierung werde um das Jahr 2030 abgeschlossen sein.

Parallelen zum Dom

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der fortschreitende Verfall die Instandsetzung nicht erübrigt. Uni-Kanzler Blomeyer nimmt das Zeit- und Gelddilemma trotzdem mit Humor: "Mit dem Uni-Campus ist es wie mit der Dombauhütte. Der Dom ist auch eine immerwährende Baustelle."

Alle Infos zur Sanierung im Internet:

www-tz.uni-regensburg.de/sanierung.html

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