Viele fehlerhafte Klinik-Abrechnungen
Kassenprüfer schlagen Alarm

Die gesetzlichen Krankenkassen haben bei der Überprüfung von Krankenhausrechnungen eine Fehlerquote von 50 Prozent aufgedeckt. Der Medizinische Dienst habe im ersten Halbjahr 2012 elf Prozent aller Klinikabrechnungen überprüft, sagte Florian Lanz, der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), am Sonntag. Jede zweite Rechnung habe sich als fehlerhaft erwiesen.

Laut Magazin wurden die Kassen 2011 durch die fehlerhaften Abrechnungen mit hochgerechnet rund zwei Milliarden Euro belastet. Ein Teil dieser Summe konnte allerdings von den Kliniken zurückgeholt werden, sagte Lanz. Er betonte, dass diese Falschabrechnungen nicht unbedingt auf Betrug oder vorsätzliche Täuschung zurückgingen: "Wir sind keine Staatsanwaltschaft." Lanz kritisierte, dass die Krankenhäuser bei fehlerhaften Abrechnungen keinerlei Risiko trügen: Sie müssten lediglich den zuviel erhaltenen Betrag zurückzahlen. Erweise sich eine überprüfte Rechnung dagegen als korrekt, müsse die Krankenkasse der Klinik 300 Euro als Entschädigung zahlen, berichtete Lanz. Dieses kaum nachvollziehbare System werde auch durch laufende Gesetzgebungsverfahren nicht geändert, kritisierte Lanz.

Die Krankenhausfinanzierung solle vor der Bundestagswahl reformiert werden, teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Sanktionen für Falschabrechnungen seien dabei nicht vorgesehen.
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