Von Mobilfunkkosten bis zum fehlendem Versicherungsschutz: Wie Jugendliche Schuldenfallen ...
Beim Geld den Überblick behalten

Smartphones bieten so viele neue Möglichkeiten - auch Möglichkeiten, sich zu verschulden. Das Handy ist die größte Kostenfalle für junge Menschen. Bild: Steinbacher
Mit 5000 Euro in den Miesen? Bei manchen Jugendlichen passiert das schnell. "Junge Menschen haben nicht immer ein gutes Gefühl für Geld", erklärt Kay Görner von der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. "Sie verlieren schnell den Überblick über ihre Ausgaben." Die Folge sind hohe Schulden. "Mancher musste schon mit 20 Jahren in die Privatinsolvenz."

Wo liegen die größten Schuldenfallen? Und was können Jugendliche tun, um sie zu umgehen? Ein Überblick:

Mobilfunk

Telefonieren, SMS oder E-Mails abrufen - das Handy ist die größte Kostenfalle für junge Menschen. "Viele surfen zum Beispiel stundenlang im Internet, obwohl ihr Vertrag das gar nicht erlaubt", sagt Görner. "Jugendliche wollen außerdem oft das neueste Smartphone haben." Doch die sind meist teuer. Auf diese Weise kommen rasch hohe Beträge zusammen, die nicht bezahlt werden können.

Um hierbei nicht in die Schuldenfalle zu tappen, müssen Jugendliche lernen, sich zu beschränken. "Eine Prepaid-Karte ist der beste Weg." Denn mit ihr könne jeden Monat nur ein bestimmtes Guthaben verbraucht werden. Jugendliche müssten auf diese Weise lernen, jeden Monat mit demselben Betrag auszukommen. "Auch die Eltern sind hier gefragt", erklärt Görner. Sie sollten öfter einen kritischen Blick auf die Handyrechnung ihrer Kinder werfen.
Dispokredit

Ein großes Problem für junge Erwachsene ist der Überziehungskredit. "Viele sind ganz begeistert davon, plötzlich so viel Geld zur Verfügung zu haben und geben es einfach aus." Doch wenn das Konto erstmal überzogen ist, kommen die jungen Menschen nicht mehr aus dem Dispo raus, weil die Einnahmen oft nicht reichen.

Bevor es so weit kommt, sollten junge Erwachsene zu Stift und Papier greifen oder sich an den Computer setzen: "Es hilft immer, ein Haushaltsbuch zu führen", empfiehlt der Experte. Die zentrale Frage, die dabei beantwortet werden sollte: "Wo bleibt mein Geld?" Nur so bekämen junge Erwachsene wirklich einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben.

Fehlender Versicherungsschutz

Ein häufiges Problem ist Sorglosigkeit. "Junge Menschen sind oft leichtfertiger." Allerdings passiert es schnell, dass jemand einen Schaden verursacht. "Die Folge sind oft hohe Kosten, die die jungen Erwachsenen gar nicht bezahlen können." Versicherungen, die solche finanziellen Folgen abfedern, fehlen oft.

Ein Beispiel aus seiner Beratungspraxis: "Ein junger Mann hat versehentlich mit seinem Fahrrad einen Jogger umgefahren", erzählt Görner. Rund 7000 Euro sollte er nach dem Unfall an den Geschädigten zahlen. "Doch so viel Geld hatte er natürlich nicht." Eine private Haftpflichtversicherung hätte die Kosten übernommen.
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