Vorräte für Ebola-Mittel "ZMapp" aufgebraucht - Auch Nigera meldet Bedarf
Hoffnung für einen Tag

Am Dienstag erlaubte Marie-Paule Kieny, Vizepräsidentin der WHO, den Einsatz von Ebola-Mitteln. Bereits am Mittwoch waren die Vorräte aber aufgebraucht. Bild: dpa
Auch Nigeria hat um die Lieferung des experimentellen Ebola-Mittels "ZMapp" gebeten. Die Regierung habe sich bei der US-Gesundheitsbehörde CDC gemeldet, um das Medikament zu erhalten und Patienten damit behandeln zu können, sagte Nigerias Informationsminister Labaran Maku. Eine Antwort aus den USA stehe noch aus.

Liberia hatte am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit "ZMapp" zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der Hersteller Mapp Biopharmaceutical allerdings mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren, hatte der US-Sender CNN kürzlich einen Unternehmenssprecher zitiert.

Auch bei anderen möglicherweise einsetzbaren Präparaten sind die verfügbaren Mengen bei weitem nicht groß genug, um damit Hunderte Patienten behandeln zu können.

Vorbeugende Mittel wären hingegen zumindest begrenzt vorhanden: Schätzungsweise 800 bis 1000 Dosen Impfstoff könnten nach Westafrika gebracht werden, sagte der stellvertretende Leiter der kanadischen Gesundheitsbehörde, Gregory Taylor. Auch dieser Wirkstoff wurde noch nicht in klinischen Studien am Menschen getestet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstag den Einsatz kaum erprobter Medikamente als ethisch vertretbar eingestuft. Verschärfte Vorsorgemaßnahmen wurden aus Ghana gemeldet. Bildungsministerin Jane Naana Opoku Agyemang wies die Hochschulen des Landes an, das kommende Semester zwei Wochen später beginnen zu lassen.

Inzwischen haben die Behörden der betroffenen Länder der WHO fast 200 bestätigte und Ebola-Verdachtfälle gemeldet, mehr als 1000 Tote waren registriert. Das deutsche Auswärtige Amt hat alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert.
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