19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Was hat der Dobrindt vor? Fragen und Antworten zu Dobrindts Plänen

von Redaktion OnetzProfil

Geplant ist ein Pilotprojekt, das Falschfahrer automatisch erkennt und Autofahrer visuell und akustisch warnt. Mit einer elektronischen Überwachung könnten Falschfahrer-Warnmeldungen schneller abgesetzt werden, betont der ADAC-Fachreferent Jürgen Berlitz. Aber: Das könnte auch Datenschutzprobleme bergen, wenn etwa Autofahrer automatisch mit den Kennzeichen gescannt würden.

Welche Bemühungen laufen bereits derzeit, um Falschfahrten zu vermeiden?

Die Verkehrsministerkonferenz der Länder hat im April 2013 konkrete Überprüfungen aller Anschlussstellen vereinbart, um Aspekte auszuschalten, die Falschfahrten begünstigen. Überprüft werden die Verkehrsführung, die bauliche Gestaltung, die Parkplatzsituation an Raststätten sowie Beschilderungen. Ein Großteil ist bereits überprüft. "Mängel werden umgehend beseitigt", betont das Verkehrsministerium.

Gibt es weitere Optionen?

Laut Automobilclub von Deutschland (AvD) könnten Induktionsschleifen in die Fahrbahn gelegt werden, die rotes Blitzlicht und Warnschilder in Gang setzen. "Vordringlich sind bauliche Veränderungen an den Autobahnauffahrten", sagt dagegen Matthias Knobloch vom Auto Club Europa (ACE). "Nagelbretter" auf den Auffahrten seien dagegen nicht sinnvoll, weil Polizei und Rettungswagen im Ernstfall Zufahrten auch in der verkehrten Richtung nutzen müssen.

Wie kommt es überhaupt zu Geisterfahrten?

Viele Geisterfahrer fahren falsch an Anschlussstellen und Rastplätzen auf. Als Gründe gelten unter anderem eine unübersichtliche Beschilderung oder ungünstige Wetterverhältnisse. Auch wenden manche Fahrer plötzlich auf der Autobahn. Oft sind auch Alkohol und Drogen im Spiel. Besonders hoch ist das Risiko einer Studie zufolge in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Pro Jahr verursachen Falschfahrer laut Ministerium 75 bis 80 Unfälle. Diese enden oft auch tödlich.

Welche elektronischen Möglichkeiten gibt es für Autos?

In einem großen Versuch im Rhein-Main-Gebiet wurde eine Technologie (Car-to-X) erprobt, bei der Autos über das Internet untereinander und mit einer Zentrale ständig Informationen zur Verkehrslage austauschen können. Damit können andere Verkehrsteilnehmer über potenzielle Gefahren informiert werden. Von 2015 an sollen die ersten Autos damit ausgestattet sein. (dpa)

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