19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Weitere Krawalle nach dem Tod von Michael Brown Nationalgarde rückt an

Nach den erneuten Unruhen nach dem Tod eines 18-jährigen Schwarzen hat der Gouverneur des US-Staates Missouri jetzt die Nationalgarde zur Hilfe gerufen. Die Soldaten sollten der Polizei in Ferguson helfen, "Ruhe und Ordnung wiederherzustellen", sagte Jay Nixon am Montag.

In der Nacht zum Montag rückte die Polizei in Ferguson erneut mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten und Plünderer vor. Seit dem Tod des 18-jährigen Michael Brown herrscht in dem Vorort von St. Louis der Ausnahmezustand. Jetzt sollen Soldaten für Ruhe und Sicherheit sorgen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zuvor war es vor einer nächtlichen Ausgangssperre wieder zu Krawallen in der Kleinstadt gekommen. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Molotowcocktails, nach Behördenangaben fielen auch Schüsse. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Plünderungen und Angst

Nixon sprach von "gewalttätigen kriminellen Handlungen einer organisierten und wachsenden Anzahl von Personen". Er müsse das "Leben und Eigentum" der Bevölkerung beschützen, erklärte Nixon.

Nach Polizeiberichten kam es erneut zu Plünderungen. Laut dem TV-Sender NBC mussten sich Angestellte eines Restaurants in einem Lagerraum verstecken, weil es von einer großen Menschenmenge gestürmt wurde. Mindestens sieben Personen seien festgenommen worden.

Die Unruhen in dem Vorort von St. Louis waren nach dem Tod eines schwarzen Jugendlichen ausgelöst worden. Ein weißer Polizist hatte vor zehn Tagen den 18-jährigen Michael Brown erschossen, obwohl dieser unbewaffnet war. Nach Angaben von Augenzeugen soll Brown die Hände über den Kopf gehalten haben, als die Schüsse fielen. Seitdem ist es in Ferguson fast täglich zu Protesten gekommen. Ein jetzt veröffentlichter Obduktionsbericht könnte Öl ins Feuer gießen: Demnach wurde Brown von sechs Kugeln getroffen, zwei davon gingen in den Kopf. Seine Familie habe die am Sonntag erfolgte Autopsie in Auftrag gegeben, nachdem bereits örtliche Experten die Leiche untersucht hatten, berichtete die Zeitung "New York Times".

Ausgangssperre bis 5 Uhr

Angeheizt wurde die Lage von Beginn an durch das Auftreten der örtlichen Polizei mit Beamten in Schutzanzügen und gepanzerten Fahrzeugen. Als Ende vergangener Woche die örtliche Polizei abgezogen und durch die Polizei des Bundesstaates ersetzt wurde, beruhigte sich die Situation am Freitag für kurze Zeit. Nach weiteren Unruhen verhängte der Gouverneur dann eine Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr.

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