20.11.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Wenig Begeisterung über Edmund Stoibers Alleingang Mit der Faust in der Tasche

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Ein Sieg für Gegner des Gesundheitskompromisses ist nicht heraus gekommen. Es hat auch niemand erwartet, dass sie auf dem CSU-Parteitag in München am Freitag das Ruder noch einmal herumreißen können. Zu groß war der Druck. Trotzdem ist der stellvertretende Landesvorsitzende der Arbeitnehmerunion (CSA), Reiner Meier "zufrieden". Die offiziell genannten 85 Gegenstimmen - "vielleicht waren es auch 100 Gegenstimmen"- wertet der Tirschenreuther als Erfolg. Immerhin hatte die Führung noch einmal alle "Häuptlinge" in die Debatte geschickt. Aber die CSA sei bei ihrer Ablehnung geblieben.

Ohnehin war die Aufregung "umsonst", sagte Meier. Es sei völlig unnötig gewesen, jetzt über die Gesundheitsprämie zu entscheiden. Zumal er sich sicher ist: "Das Modell kommt so nicht, es bleibt in der Schublade". Der CSA-Bezirkschef ist überzeugt, "am Ende wird Seehofer Recht behalten."

"Ich gehe davon aus, dass das was Horst Seehofer sagt respektiert wird", sagte Georg Girisch. Der Bundestagsabgeordnete aus Weiden lehnt wie sein Schnaittenbacher Kollege Rudolf Kraus die Kopfpauschale ab. Noch im August hatten sie entschieden für einen Erhalt des bestehenden Systems plädiert. Beide sind mit dem von Parteichef Edmund Stoiber mit der CDU-Chefin Angela Merkel ausgehandelten Kompromiss nicht zufrieden.

"Wenn sich die Parteivorsitzenden einigen, muss die Partei das mittragen", stöhnte Girisch und fügt hinzu: "Manchmal muss man mit der Faust in der Tasche abstimmen."

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