01.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Weniger Fisch, dafür festeres Fleisch Karpfensaison eröffnet

MdL Alexander Flierl (vorne, von links), OB Andreas Feller (Schwandorf), Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landrat Thomas Ebeling (Schwandorf) und Teichwirt Johann Plank erööfneten in Wiefelsdorf die Karpfensaison. Bild: Hösamer
von Redaktion OnetzProfil

Schwandorf. (ch) Das Kirchweih-Festmahl ist gesichert: 5500 Tonnen Karpfen wollen die bayerischen Teichwirte in diesem Jahr ernten, ein Drittel davon in der Oberpfalz. Einen der ersten Dreipfünder hielt heute Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in Händen, der am Weiher von Johann Plank in Wiefelsdorf offiziell die Karpfensaison eröffnete.

Die Ernte werde wohl wegen des ausgefallenen Winters und kühlen Sommers zehn Prozent niedriger ausfallen als im langjährigen Schnitt, sagte Brunner. Dafür werden sich die Verbraucher über besonders festes Fleisch freuen können - die Fische sind langsamer gewachsen.

Johann Plank aus Auhof bewirtschaftet 16 Hektar Teiche im Nebenerwerb, und wie seine 3500 Kollegen in der Oberpfalz hat auch er mit Kormoran und Biber zu kämpfen. Vergangenes Jahr haben ihm die Vögel in einem Teich von 8000 gesetzten Fischen nur 300 übrig gelassen. "Wir müssen den Tieren Herr werden," sagte Plank zum Minister. "Kormorane und Biber verursachen wirklich existenzbedrohende Schäden", ergänzte der Vorsitzende des Fischerzeugerrings Oberpfalz, Hans Klupp. Er verwies darauf, dass die Teichwirte neben der nachhaltigen Produktion eines gesunden und köstlichen Lebensmittels auch für den Erhalt der Kulturlandschaft sorgen. 10 000 Hektar Teichfläche sind im Bezirk registriert, die Hälfte aller bayerischen Weiher.

Minister Brunner sieht die Probleme auch. Wenn streng geschützte Tiere existenzbedrohend für andere Arten wie die Fische würden, dann müsse die Politik auch die Kraft haben, den Schutz zu überprüfen und eine Bestandsregulierung zuzulassen, sagte Landwirtschaftsminister Brunner. Ein Versuch im Aischgrund habe ergeben, dass die geregelte Bejagung des Kormorans in den Vogelschutzgebieten nicht zur Vergrämung andrer seltener und gefährdeter Vogelarten geführt habe. Es sei an der Zeit, dass diese Erkenntnisse auch in anderen Regionen umgesetzt wurden, so Brunner. Darüber hinaus fördere der Freistaat mit der EU die Teichwirtschaft.

Brunner warb für den Karpfen als regionales Produkt, das noch mehr Aufmerksamkeit auf dem heimischen Speiseplan und den Karten der Gastronomie verdiene. Bei Brigitte Plank (mit dem Teichwirt übrigens nur entfernt verwandt) im gleichnamigen Brauereigasthof ist das schon traditionell Realität, wovon sich die Gäste bei einem Karpfen-Menü überzeugen konnten. Unter ihnen auch Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller, die den anwesenden Teichwirten eine gute Ernte wünschten.

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