15.06.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Zeitbombe rückt langsam ins Bewusstsein - Altersgerechtes Wohnen derzeit Schwerpunkt Konzepte gegen den Leerstand

von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Der demografische Wandel ist unumkehrbar und er vollzieht sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Demografie ist ein Thema, das alle Lebensbereiche betrifft, von der Abfallwirtschaft über die Nahversorgung bis zum Kindergarten. Die Einnahmen der Kommunen werden sinken, ihre Aufgaben wachsen.

Die Zeit arbeitet gegen den "ländlichen Raum". Demografie ist deshalb das "Top-Thema." Wenn nicht heute und jetzt entschieden wird, sieht es in wenigen Jahren wahrlich düster aus und der Zug ist endgültig abgefahren.

Nicht überall angekommen

Leerstand ist der Vorbote und Begleiter des demografischen Wandels. "Es werden nur die Kommunen und Unternehmen überleben, die sich anpassen, aber das Thema ist leider bei vielen Menschen noch nicht angekommen", sagt der Demografie-Experte für den ländlichen Raum schlechthin, Professor Dr. Lothar Koppers.

Die unausweichlichen Veränderungen selbst offensiv und kreativ angehen in dem Bewusstsein, dass man es selbst in der Hand hat, die Region zu stärken - genau das haben elf Gemeinden der Leader-Aktionsgruppe "Brückenland Bayern-Böhmen" mit dem interkommunalen Kooperationsprojekt "Leerstandsoffensive" getan (Hintergrund).
Den Auftakt machte die Veranstaltungsreihe "Zeitung vor Ort" des Medienhauses "Der neue Tag". Der Zuspruch war überwältigend. "Ihr Interesse spricht dafür, dass Ihnen das Thema auf den Nägeln brennt", folgerte daraus NT-Chefredakteur Clemens Fütterer und verdeutlichte, dass der Kampf gegen die Ausdünnung auf dem Land auch ein Anliegen des Verlages ist. In der "Leerstandsoffensive" der LAG "Brückenland Bayern-Böhmen" hat sich seither Einiges getan.

Leerstandsbörse

Das erste Projektjahr 2011 war in erster Linie von einer Bestandsaufnahme, der Erstellung einer Leerstandsbörse und der Entwicklung von Grobkonzepten geprägt. Konzepte zu entwickeln, welche dem Leerstand entgegen wirken und Anpassungen in der Daseinsfürsorge vorsehen, ist ein Prozess, der nicht nach einem Jahr zu den Akten gelegt werden kann. Deshalb geht die "Leerstandsoffensive" mit Hilfe von Fördermitteln in eine zweite Phase.

Die inhaltliche Arbeit setzt sich aus drei Schwerpunkten - Umsetzung der erarbeiteten Konzepte, Anstoßen neuer Projekte und Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit zusammen (Konzepte). Anne Krämer vom "Expertenteam" hat dabei die "Kümmerer-Funktion" und wird dazu im 14-tägigen Turnus jeweils zwei bis drei Tage vor Ort sein. In dieser Zeit ist sie im LAG-Büro in Schönsee, ansonsten bei u.m.s. erreichbar.
Wohnen Daheim - oder im Heim? Für viele Senioren und Pflegebedürftige stellt sich diese Frage nicht wirklich. Oft geht am Heim kein Weg vorbei. Dabei würden die meisten Leute am liebsten in der vertrauen Dorfgemeinschaft bleiben. Dies ist neben finanziellen Aspekten ein Grund, dass sich die Bürgermeister der "Leerstandsoffensive" derzeit schwerpunktmäßig mit neuen Modellen für Senioren und Pflegebedürftige befassen.

Dazu wurde bereits mit einem potenziellen Betreiber Kontakt aufgenommen, wurden mögliche Objekte besichtigt und mit einem Architekten die Eignung überprüft. Als nächstes geht es um Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

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