Zentralbank senkt im Kampf gegen die Krise den Leitzins auf Rekordtief - Für Sparer keine gute ...
Geld in Europa so billig wie nie

Mit einer historischen Zinssenkung stemmen sich Europas Währungshüter gegen die Rezession im Euroraum. Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt den ohnehin schon extrem niedrigen Leitzins noch einmal von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent zurück - und das muss noch nicht der Tiefpunkt sein. "Wir sind bereit zum Handeln, falls notwendig", bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag nach der auswärtigen Sitzung des Notenbank-Rates im slowakischen Bratislava.

Damit ist Zentralbankgeld im Euro-Raum für Banken so billig wie nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung 1999. Zudem können sich Banken mindestens bis Anfang Juli 2014 unbegrenzt frisches Geld bei der EZB leihen. Der Zinssatz für Geld, das Banken über Nacht bei der EZB parken, bleibt unverändert bei null Prozent. Die Währungshüter hoffen, dass die Finanzbranche das billige Geld in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher weiterreichen wird. Kehrseite der Medaille für Verbraucher: Mit niedrigen Notenbankzinsen sind auch sehr niedrige Zinsen zum Beispiel für Sparkonten verbunden.
"Der Zinsschritt nach unten ist ein Tribut der EZB an die Rezession in weiten Teilen der Euro-Zone. Ob er hilft, ist allerdings sehr fraglich", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben. Banken hätten bereits genügend Liquiditätsspielraum für die Unternehmensfinanzierung, nutzten ihn aber nicht. Der Chefvolkswirt der Förderbank KFW, Jörg Zeuner, begrüßte die Zinssenkung: "Sie ist ein positives Signal und dürfte die Stimmung heben." (Kommentar und Seite 41)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.