07.09.2017 - 14:10 Uhr
Deutschland & Welt

Der lässt die Blender alt aussehen Fahrbericht Hyundai i30

Der Testwagen kommt so unscheinbar daher, dass man ihn glatt übersehen könnte: Außen blau, innen grau. Die Presseabteilung von Hyundai muss sich der Qualitäten des in der Golf-Klasse mitspielenden i 30 schon ziemlich sicher sein, wenn sie so völlig auf den großen Auftritt verzichtet.

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Das ist in Zeiten von Blendern und Schwätzern ja fast schon wieder eine Wohltat. Ein Auto, das vom Charakter her zu uns Oberpfälzern passt, denken wir - und steigen ein.

Prangte nicht das Hyundai-H selbstbewusst auf der Lenkradmitte, der i 30 würde locker auch als deutsches Premium-Modell durchgehen. Das ist auch kein Wunder, denn der "Koreaner" wurde in Rüsselsheim entwickelt und läuft in Tschechien vom Band. Das Grau entpuppt sich als Leder, und dort, wo Kunststoffe eingesetzt sind, findet man nur selten billig wirkendes Hartplastik. Der Bildschirm sitzt schön weit oben, die Regler für Heizung und Klima in Griffnähe darunter. Am Lenkrad: Genau die Bedientasten, die man braucht, nicht mehr, nicht weniger. Die Instrumente sind gut ablesbar, das Sitzgefühl ist hervorragend. Hinten ist klassenüblich nicht üppig aber ausreichend Platz für zwei Mitreisende. Oder drei Schmale.

Der mit der verwirrenden Typenbezeichnung T-GDI gebrandete Testwagen ist kein Diesel, wie das "D" vermuten ließe, sondern ein direkt einspritzender Turbobenziner. Schon die nächste Überraschung: Der Vierzylinder ist ein Sahnestück: leise im Lauf und kräftig im Durchzug und dabei durchaus sparsam. Hyundai gibt 5,4 Liter als Schnitt an, wir kamen im Testbetrieb bei meist flotter Autobahnfahrt auf weniger als sieben Liter. Ordentlich. Das Fahrverhalten ist eher komfortbetont als straff, dennoch nicht luschig. Ausgewogen - das trifft's vermutlich am besten.

Der i 30 in der höchsten Ausstattungslinie Premium hat alles an Bord, was heutzutage das Autofahren sicherer und angenehmer macht. Spurhalter zum Beispiel, Aufmerksamkeitsassistent, Fernlicht-Assistent, Totwinkel-Warner oder Alarmanlage. Er kommt mit LED-Lichtern an allen Ecken und Enden, Einparkhilfe, Rückfahrkamera und Regensensor. Der Schlüssel kann dank Smart-Key-System in der Tasche bleiben. Es gibt eine Klimaanlage mit Austittsdüsen auch hinten und ein beheizbares Lenkrad.

Größte Überraschung: der Preis. Der günstigste i 30 "Pure" mit dem 100-PS-Basismotor kommt schon ab 17 450 Euro. Der komplett ausgestattete Testwagen mit dem formidablen 140-PS-Triebwerk hat einen Basispreis von 26 750 Euro. Viele Kreuze kann man da beim Bestellen nicht mehr machen: Metallic-Lack (590 Euro), Lederpaket (1450 Euro) und Navi-Paket mit voller Konnektivität und sieben Jahren Karten-Update (750 Euro) - das war's. Willkommen in der Oberpfalz, alter Tiefstapler!

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