29.04.2016 - 10:54 Uhr
Deutschland & Welt

Der Sternenhimmel im Mai 2016 Merkurs Schattenspiel

Mars und Jupiter beherrschen im Mai den Nachthimmel. Am Tag stielt ihnen Merkur für einige Stunden die Schau. Der kleine Planet wandert vor der Sonne vorbei.

von Agentur DPAProfil

Zwei außergewöhnliche astronomische Ereignisse erwarten uns im Mai: Merkur tritt vor die Sonne, und Mars kommt in Erdnähe. Mitte April zeigte sich der sonnennahe Merkur kurz in der Abenddämmerung am Westhimmel. Am 9. Mai überholt der flinke Planet die Erde auf der Innenbahn. Dieses Mal liegt die Merkurbahn so, dass der Planet als dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe vorbeiwandert. Ein solches Ereignis nennt man Merkurtransit oder -durchgang. Der letzte von Deutschland aus sichtbare Merkurtransit erfolgte am 7. Mai 2003. Sollte man den Durchgang am 9. Mai wegen bewölktem Himmel verpassen, so bietet sich erst 2019 und danach 2032 eine solche Gelegenheit. Um Merkur als dunklen Punkt vor der Sonne zu sehen, benötigt man jedoch ein Fernrohr mit stabilem Stativ und mindestens 50-facher Vergrößerung. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen wie Objektivfilter oder Projektionseinrichtung darf man keinesfalls mit Fernglas oder Teleskop in die Sonne sehen! Am besten, man besucht eine Sternwarte, um dieses Himmelsspektakel zu verfolgen (Infokasten) . Das Schattenspiel beginnt um 13.12 Uhr mit dem Eintritt von Merkur am Ostrand der Sonne. Die sekundengenauen Zeiten von Beginn und Ende des Merkurtransits sind ortsabhängig. Der Merkurtransit endet mit dem Austritt von Merkur um 20.41 Uhr.

Im Mai beherrscht Mars als helles, auffälliges Gestirn den Nachthimmel. Nur Jupiter ist noch ein wenig heller als Mars. Der weißlich glänzende Riesenplanet kann in der ersten Nachthälfte hoch am Südwesthimmel im Sternbild Löwe gesehen werden. Ende Mai erreicht die Erde ihre geringste Entfernung zum rötlichen Mars. Am 22. stehen Mars und Sonne am irdischen Firmament einander gegenüber, der Fachmann spricht von Opposition. Wenn die Sonne untergeht, erscheint Mars im Südosten. Um Mitternacht sieht man ihn am Südhimmel und morgens geht er im Südwesten unter. Unser Nachbarplanet hält sich im Sternbild Skorpion auf, dessen Hauptstern Antares ebenfalls rötlich leuchtet. Wegen der elliptischen Bahnen von Erde und Mars wird die geringste Entfernung zu unserem äußeren Nachbarplaneten erst eine Woche nach dem Oppositionstermin erreicht. Saturn im Sternbild Schlangenträger wird allmählich zum Planeten der gesamten Nacht. Venus hat sich vom Morgenhimmel zurückgezogen und hält sich am Taghimmel auf. Sie bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont.

Die Sternschnuppen des Aquaridenstromes sind von Monatsbeginn bis etwa Ende Mai zu erwarten. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Wassermann, daher ihr Name. Der Höhepunkt der Aquaridentätigkeit wird am 6. Mai zu Neumond erreicht, wobei bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde aufleuchten. Neumond tritt am 6. um 21.30 Uhr ein. Wenige Stunden vorher kommt der Mond mit 357 830 Kilometer in Erdnähe, was wiederum zu hohen Springfluten mit maximalem Tidenhub führt. Vollmond wird am 21. um 23.14 Uhr erreicht.

Der Himmelswagen steht hoch über unseren Köpfen, wenn man abends nach Einbruch der Dunkelheit den Sternenhimmel betrachtet. Leicht kann man das Frühlingsdreieck ausmachen, das nun hoch im Süden zu sehen ist. Es setzt sich aus Regulus, Arktur und Spica, den drei Hauptsternen der Sternbilder Löwe, Bootes und Jungfrau, zusammen. Die Sonne erklimmt fast den Gipfel ihrer Jahresbahn. Ihre Mittagshöhen nehmen um knapp sieben Grad zu. Am 14. tritt die Sonne in das Sternbild Stier. Am 20. Mai wechselt sie in das Tierkreiszeichen der Zwillinge. Das Sternbild Zwillinge erreicht die Sonne dagegen erst am 21. Juni um 10 Uhr morgens.

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