12.05.2018 - 18:02 Uhr
Deutschland & Welt

Erste Ausfahrt mit dem VW Touareg Der Nobel-Kraxler

Abenteuer und Weltrekorde haben die ersten 15 Jahre des Wüstensohns geprägt. Nun hat ihm Volkswagen eine neue Rolle zugedacht: Der Touareg soll den etwas glücklosen Ausflug des Phaetons in die Oberklasse vergessen machen. Nach dem Probesitzen in Peking nun die erste Ausfahrt. Und die führt in die Tiroler Bergwelt. Nicht weil der Touareg jetzt unbedingt über Stock und Stein kraxeln will, gleichwohl er dazu alles an Bord hat, was auch den härtesten Geländeritt zu einem wohldosierten Ausflug macht.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Höchstmaß an Komfort

Nein, die dritte Generation des großen VW will so etwas wie die Limousine unter den SUVs sein, mit einem Höchstmaß an Komfort. Freilich steht da ein Trumm von einem Auto auf stämmigen 21-Zöllern, aber rein optisch wirkt der Touareg gar nicht so mächtig wie es der Blick auf die Papierform erwarten lässt. Obwohl in Länge und Breite gewachsen, kaschiert er seine wahre Größe, weil ihn die Designer in der Höhe geschrumpft haben. Das bringt deutlich dynamischere Proportionen.

Dynamik - das ist auch die Erkenntnis nach den ersten Kilometern auf kurvenreicher Teststrecke. Es ist schon erstaunlich, wie leichtfüßig und souverän sich das Dickschiff auf Autobahn, schmalen Sträßchen und im dichten Stadtverkehr bewegt. Ein- und Ausparken - alles kein Problem. Sicher auch ein Verdienst von aktivem Wankausgleich und Allradlenkung, die den Wendekreis des großen SUV auf das Niveau eines Golf senkt. Wer eine Anhängerkupplung ordert - und 60 Prozent der Touareg-Fahrer tun das -, bekommt auch gleich noch den Trailer-Assist mitgeliefert, der das Rangieren mit bis zu 3,5 Tonnen schweren Anhängern zum Kinderspiel macht.

Die optionale Luftfederung mit Niveauregulierung tut ein Übriges, den sänftenartigen Fahrkomfort zu steigern. Die Frage nach dem Platz stellt sich nicht, den gibt es in Hülle und Fülle. Auch im Gepäckabteil. Eine Dynaudio-Soundanlage mit 730 Watt verwandelt den Innenraum zum Konzertsaal.

20 Assistenzsysteme, von der Wärmebildkamera, die Mensch und Tier erkennt, über Helfer, die beim Ausparken um die Ecke schaun oder in Baustellen selbstständig bremsen, beschleunigen und lenken können, bis hin zum LED-Matrix-Licht machen den Wolfsburger Boliden zum Technologieträger. Ein Großteil will extra bezahlt sein. Wie das "Innovision Cockpit", in dem digitale Instrumente und Infotainmentsysteme in einer riesigen Bedienlandschaft verschmelzen, die ohne klassische Schalter und Tasten auskommt. Wer ein Smartphone zu bedienen weiß, kommt hier auf Anhieb zurecht.

Hybrid noch offen

Der Touareg startet zunächst mit einem 286 PS starken Turbodiesel mit Achtgang-Automatik. Eine 231 PS starke Version soll in Kürze nachgeschoben werden. Im Herbst kommt dann ein 340 PS starker Benziner, wie die beiden anderen ein Sechszylinder. Und nächstes Jahr dann ein V8 mit 421 PS und einem beachtlichen Drehmoment von 900 Newtonmeter. Sie alle erfüllen die bislang strengste Abgasnorm 6d-Temp. Aktuell noch offen ist, wann der Plug-in-Hybrid in Europa eingeführt wird.

Als Einstandspreis ruft VW 60 675 Euro auf. Ein eher theoretischer Wert. Wer ein bisschen von den technischen Goodies haben möchte und sich für eine der drei Ausstattungslinien (Atmosphere, Elegance und R-Line) interessiert, wird auch preislich mit dem Touareg schnell ganz neue Höhen erklimmen,.

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