Fahrbericht Jaguar F-Pace 20d AWD Prestige
Die Katze fürs Gelände

Wirkt zwar auf den ersten Blick fast coupéhaft, ist aber schon ein mächtiger Vertreter seiner Art: Mit dem F-Pace startet Jaguar in die Reviere der SUV-Größen. Bild: Jaguar

Die Katze fürs Gelände

Von Berthold Zeitler

Briten, so galubt man gemeinhin, sind stock-konservative Leute. Das mag in dem einen oder anderen Bereich durchaus noch seine Berechtigung finden, bei Jaguar jedenfalls nicht. Seit das Unternehmen mit der markanten Katze im Logo zum Tata-Giganten aus Indien gehört, hat sich die Marke quasi neu erfunden. Das gilt besonders für den Spätzünder F-Pace. Ein SUV, das Audi Q5, Porsche Macan oder BMW X3 das Revier streitig machen will.

Mit besten Voraussetzungen übrigens. Allein schon das Design ist betont auf Sportlichkeit getrimmt. Mit der abfallenden Dachlinie wirkt das jüngste Kind der Modellfamilie fast schon wie ein Coupé. Dabei steht schon ein richtiger Brocken von Wagen auf der Straße. Platz gibt es vorne in Hülle und Fülle und ist hinten immer noch generös. Der Kofferraum erst recht. Dazu kommen noch eine niedrige Ladekante und ein topfebener Boden. Luxus und Noblesse - zwei altbekannte Jaguar-Tugenden, die auch die sportliche Vielzweck-Variante in sich trägt. Edles Mobiliar, hochwertige Materialien und aller nur erdenklicher Komfort sorgen für das, was gemeinhin als Wohlfühl-Atmosphäre bezeichnet wird und den Premium-Anspruch in jeder Weise erfüllt. Dazu kommt eine Ausstattungsliste, die keine Wünschen offen lässt.

Alles, was die Konkurrenz in puncto Sicherheit kann, das beherrscht auch der Jaguar bestens. Bis hin zur Stereo-Kamera als "Auge" der diverser Assistenzsystem. Und in Sachen Konnektivität, Infotainment und Navigation schlagen die Briten ein ganz neues Kapitel auf. Das Incontrol-System (je nach Ausbaustufe bis zu 5000 Euro Aufpreis) weist so viele Features auf, dass deren Aufzählung allein Bände füllen würde. Allerdings sollte man die Bedienung auf dem Tablet-großen Touchscreen tunlichst dem Beifahrer überlassen - oder gleich anhalten. Bei Fahrt droht Blindflug. Mit dem "Ingenium" genannten Einstiegsdiesel ist die Raubkatze schon recht flott unterwegs. Das Drehmoment beweist es: Der Vierzylinder hat mit den dank konsequenter Leichtbauweise nicht einmal 1,8 Tonnen Leergewicht keinerlei Probleme. Nach einer wirklich nur winzigen Anfahrschwäche geht es leichtfüßig zur Sache. Auch im Sprintvermögen und in der Höchstgeschwindigkeit gibt sich der F-Pace keine Blöße. Nur im Verbrauch lag er während unserer Testfahrten weit über dem Normverbrauch. Wobei die 5,3 Liter schon eine sportliche Ansage und auf winterlicher Kurzstrecke wohl kaum zu erreichen sind. Die Achtgang-Automatik wollte allerdings gerne untertourig unterwegs sein.

Auch wenn der noble Brite wohl eher selten die asphaltierten Straßen verlassen wird: Ein SUV muss auch Gelände können. Kann der F-Pace bestens, baut er doch auf das jahrzehntelange Wissen der Landrover-Schwester. Im Normalbetrieb ein Hecktriebler, wird die nötige Kraft so auf die Achsen verteilt, dass auch Tiefschnee, Schotter oder Matsch die Raubkatze nicht am Fortkommen hindern.

DatenblattJaguar F-Pace: Sports Utility Vehicle, 5 Türen, 5 Sitze

Antrieb: Vierzylinder, Turbodiesel Common-Rail-Technik, 1999 ccm, 180 PS, max. Drehmoment 430 Nm bei 1750-2500 U/min, Euro 6, Achtgang-Automatik, dynamischer Allrad, Start-Stopp-System,

Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 209 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 8,7 sec., Testverbrauch 8,6 l,Tankinhalt 60 Liter

CO2-Emission: 139 g/km (bei Normverbrauch von 5,3 l), Effizienzklasse A

Maße und Gewichte: Länge 4731 mm, Breite 1936 mm, Höhe 1651 mm, Leergewicht 1775 kg, Zuladung 685 kg, Kofferraumvolumen 650-1740 Liter, Anhängelast 2400 kg

Preis: 51 000 Euro (Grundpreis), 65 035 (Testwagen) (bz)
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