03.11.2017 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrbericht Kia Picanto 1.2 Spirit Korea-Knirps (k)ein Gernegroß

Korea-Knirps (k)ein Gernegroß

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Von Berthold Zeitler

Wer sich mit der Frage beschäftigt, wie viel Auto der Mensch eigentlich braucht, der sollte sich einmal Kias Kleinsten anschauen. Im Grunde also braucht's nicht mehr als so einen Picanto. Zumindest solange nicht Kind und Kegel nach einer Familienkutsche rufen. Der Knirps ist Kias Antwort auf Karl und Co., macht also Opel, VW und Toyota das Leben schwer.

Auch für Sitzriesen

Es ist schon erstaunlich, wie viel Platz die Entwickler auf engen Raum gepackt haben. Den Überhang um ein paar Millimeter verkürzt und dafür den Radstand verlängert - schon bietet der Stadtfloh bei gleichbleibender Länge mehr als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Da kommt nie das Gefühl auf, in einem Kleinwagen zu sitzen. Vorne dürfen sich durchaus auch Sitzriesen lümmeln. Auch nach oben ist reichlich Luft, während die Ellbogen doch schnell mit dem Nachbarn Bekanntschaft machen.

Wenn die Hinterbänkler dem Vordermann gut zureden, wird die Tour auch nicht zur Tortur. Die hinteren Türen taugen aber eher zum schnellen Verstauen von Einkaufstüten und sonstigen Utensilien denn zum bequemen Entern der Rücksitzbank. Der Kofferraum ist in der dritten Auflage dank eines doppelten Ladebodens um ein gutes Stück gewachsen. Die asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen sind schnell umgelegt. Dann präsentiert sich eine nahezu ebene Ladefläche.

Kein Prahlhans

Auch wenn der Picanto mit Technik- und Komfort-Pfunden wuchern kann, die man gewöhnlich erst in deutlich höheren Klassen findet, ein Prahlhans ist er nicht. So bietet der Pfiffikus nicht nur ein übersichtliches und wohnliches Innenleben, sondern punktet auch je nach Ausstattung mit bis zu sieben Airbags, einem 7-Zoll-Touchscreen für Navigation und Infotainment, Smartphone-Anbindung, Klimaautomatik, Parksensoren, Tempomat und einem bis zu 165 km/h selbstständig arbeitenden Notbremsassistenten. Und Rückfahrkamera und beheizbares Lenkrad sind in dieser Klasse eher selten anzutreffen.

Pikante Sache

Mit dem 1,2-Liter-Motörchen ist der Picanto ganz gut unterwegs, auch wenn er bei Steigungen etwas Schaltarbeit verlangt. Was aber mit der präzise arbeitenden Fünfgang-Schaltung kein Problem darstellt. Der kleine Koreaner empfiehlt sich sowieso eher als Cityflitzer denn als Reisewagen. Trotz seiner geringen Größe ist der Geradeauslauf tadellos. Die befürchteten Hopser stellen sich erst beim Überfahren von Querfugen ein. Das Fahrwerk ist recht straff abgestimmt, weshalb sportliche Naturen auch in Kurven schnell und sicher unterwegs sind. Über den angenehm geringen Verbrauch freuen sich nicht nur Sparfüchse. Wobei: Sparen ist beim Picanto schon eine pikante Sache. Wirklich Spaß macht der Kleine erst mit all seinen möglichen Annehmlichkeiten. Aber dann wird er preislich dann doch schon eher zum Gernegroß.

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